Marienhausklinik Ottweiler soll nach St. Wendel umziehen

Bundesweite Vorgaben sind dafür verantwortlich – Marienhaus weist Kritik entschieden zurück – keine betriebsbedingten Kündigungen

02.03.2020

Ottweiler/Waldbreitbach. Das Marienkrankenhaus St. Wendel, die Marienhausklinik Ottweiler und die Marienhausklinik St. Josef Kohlhof in Neunkirchen arbeiten seit Jahren im Verbund Saar-Ost eng zusammen. Die Marienhaus Unternehmensgruppe arbeitet derzeit an einem Konzept, um die Standorte Ottweiler und St. Wendel zu einem Krankenhaus in St. Wendel zu verschmelzen. Dieses Konzept, in dem auch das Medizinkonzept, die baulichen und investiven Maßnahmen sowie ein konkreter Zeitplan festgelegt werden, soll – so ist es mit dem Gesundheitsministerium vereinbart – Ende März vorliegen. Mittelfristig sollen alle Abteilungen umziehen; betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben. Darauf können sich die Mitarbeiter verlassen; denn auch bei der Schließung des Krankenhauses in Wadern Ende 2017 und der Verlagerung von Dillingen nach Saarlouis Mitte letzten Jahres hat es keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben.

 

Über die Verlagerung der Angebote von Ottweiler nach St. Wendel haben die Gremien des Trägers allerdings noch nicht entschieden. Deshalb war der Zeitpunkt der Presseveröffentlichung in der SZ am vergangenen Wochenende auch kontraproduktiv und nicht von Marienhaus initiiert.

 

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Der hohe bauliche Sanierungsstau war allen Beteiligten bereits seit langem bekannt. Hierauf hat schon das Gutachten für die Krankenhausplanung des Saarlandes im Jahr 2018 ausdrücklich hingewiesen. Die schwierige bauliche Situation des Standortes Ottweiler war auch immer wieder Gegenstand von Gesprächen mit dem Land.

 

Von zentraler Bedeutung aber sind aus Sicht von Dr. Heinz-Jürgen Scheid, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Marienhaus Stiftung und von Dr. Thomas Wolfram, dem Generalbevollmächtigten der Marienhaus Holding, die massiv verschärften Vorgaben des Bundes. Besonders die kleineren Krankenhäuser kämpfen immer mehr ums Überleben. Mit immer neuen Personal- und Strukturvorgaben, der Ausgliederung des Pflegebudgets oder dem MDK-Reformgesetz, um nur einige zu nennen, verfolgt die Bundespolitik das Ziel, die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland massiv zu verringern. Auch das macht vor dem Saarland nicht Halt und ist allen politisch Verantwortlichen seit langem bekannt.

 

Die Marienhaus Unternehmensgruppe hat deshalb frühzeitig damit begonnen, ihre Kliniken im Saarland konzeptionell, organisatorisch und personell für die Zukunft gut aufzustellen, um so eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und damit die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu sichern. Entsprechend wird der Träger auch zielgerichtet in die Weiterentwicklung dieser Standorte investieren. Das betrifft das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Saarlouis, die Marienhausklinik St. Josef Kohlhof in Neunkirchen und das St. Wendeler Marienkrankenhaus.

 

Für die Marienhausklinik St. Josef Losheim am See hat der Träger nach der Schließung des Krankenhauses in Wadern eine Bestandsgarantie für fünf Jahre gegeben. Derzeit arbeitet die Marienhaus Unternehmensgruppe an einem Konzept für den Standort Losheim, um eine alternative Lösung für die medizinische Versorgung im nördlichen Saarland anbieten zu können. Die politisch angestoßene und motivierte Diskussion um die sogenannte Nordsaarlandklinik schadet allerdings dem Krankenhaus in Losheim, verunsichert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schreckt Bewerber für dringend nachzubesetzende Stellen ab. Sollte sich doch ein Investor für einen Neubau finden, so würde das das Aus für die Krankenhäuser in Losheim, in Lebach (Träger ist die ctt) und im rheinland-pfälzischen Hermeskeil (eine Einrichtung der Marienhaus Unternehmensgruppe) bedeuten. Darüber hinaus würde eine Schwächung der Krankenhäuser in Merzig und St. Wendel ganz bewusst in Kauf genommen. Hier ist das Land gefordert, rasch für Klarheit zu sorgen, wie die künftige Versorgung im Hochwald aussehen soll.

 

 

 

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