Klinikbetrieb nach Hochwasser wiederhergestellt

Vier Wochen nach der Flut-Katastrophe kann das Krankenhaus Maria Hilf wieder stationäre Patienten aufnehmen

Das Krankenhaus Maria Hilf kann vier Wochen nach der Hochwasser-Katastrophe wieder stationäre Patientinnen und Patienten aufnehmen. Unter dem Motto „#SolidAHRitaet“ freut sich die Belegschaft, endlich wieder in vollem Umfang für die medizinische Versorgung der Bad Neuenahrer da sein zu können. Foto: Cornelia Bachem

12.08.2021

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Als einziges Akut-Krankenhaus der Stadt nimmt das Krankenhaus Maria Hilf der Marienhaus-Gruppe seit heute wieder Patientinnen und Patienten stationär auf. Nach umfangreichen Prüfungen haben die regionalen Behörden dazu Grünes Licht gegeben. Die Klinik musste aufgrund der Hochwasser-Katastrophe vom 14. Juli 2021 geräumt werden.

 

„Wir alle sind wir sehr erleichtert, dass wir die Menschen in Bad Neuenahr nun wieder wohnortnah klinisch versorgen können“, sagt Marienhaus-Geschäftsführer Dr. Andreas Tecklenburg. „Dies ist ein wichtiges Signal für die gesamte Region.“  Kurz nach der Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli mussten alle Stationen evakuiert werden, denn „die Strom- und Wasserversorgung war zusammengebrochen, die Flut hat umfangreiche Schäden angerichtet, zum Glück aber keine patientennahen Bereiche der Klinik erreicht“, so der Ärztliche Direktor Dr. Josef Spanier. Dafür steht das Gebäude gerade noch hoch genug am Hang. Diesem Umstand – und vor allem dem massiven Einsatz von THW und Bundeswehr – haben es die Bad Neuenahrer zu verdanken, dass ihre Akutklinik nun wieder regulär geöffnet ist. 

 

Die Wasserversorgung war auf dem Weg zum Normalbetrieb die größte Herausforderung, denn die Leitungssysteme der Stadt wurden durch die Flut-Katastrophe in weiten Teilen zerstört. Zwar konnte das Maria Hilf sehr schnell wieder einen Notfallversorgung für die Bevölkerung sicherstellen, aber für den Betrieb der gesamten Klinik ist eine konstante und sichere Wasserversorgung sowie Abwasserentsorgung zwingend notwendig. Innerhalb der vergangenen Wochen haben es die Hilfsorganisationen geschafft, das Haus wieder über eine Leitung vom nördlichen Flussufer her mit Trinkwasser zu versorgen. Durch eine hochmoderne Aufbereitungsanlage des THW fließt es in übergroße Sammel-Kissen, wird mehrfach pro Stunde im THW-Labor vor Ort überprüft und über einen eigenen Hydranten in das Leitungssystem der Klinik eingespeist. Für die Abwasserentsorgung hat das THW eine provisorische Kanalisation und ein Sammelbecken abseits der Klinik errichtet, das das Abwasser sicher bis zum Abtransport aufnimmt. „Die Freigaben des Gesundheitsamts für die Nutzung des Frischwassers und unserer Sterilisationsanlage liegen vor, ebenso wie die Freigabe des THWs für das Abwasser“, zeigt sich der leitende Klinik-Hygieniker Georg Henk erleichtert, dass die Aufgabe „Wasser“ erfolgreich gemeistert ist.

 

Was für die Wasserversorgung gilt, gilt auch für Strom, Wärme, Internet, Telefon – die Menschen im Ahrtal wissen, dass das alles in diesen Tagen nicht selbstverständlich ist. Die Technik-Verantwortlichen der Klinik, die Ahrtal-Werke und das DRK haben alles dafür getan, dass das Haus schnellstmöglich wieder einsatzbereit war. „Was hier in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde, beeindruckt mich zutiefst“, ist Dr. Tecklenburg dankbar für das große Engagement und die Unterstützung von allen Seiten

 

Die Krise schweißt die Menschen merklich zusammen. „Die Kolleginnen und Kollegen stärken einander den Rücken: Wer wegen der Hochwasser-Schäden nicht arbeiten kann und sich freistellen lassen muss, kann sich zu 100% auf die Unterstützung des Teams verlassen“, ist Dr. Spanier stolz auf seine Mitarbeitenden. Klinikpersonal versorgt bedürftige Menschen auch aus der Bevölkerung mit Wasser und Lebensmitteln, Sach- und Kleiderspenden. Und bei einer Hilfs-Aktion, in der innerhalb der Marienhaus-Gruppe zu Spenden für betroffene Mitarbeitende aufgerufen wurde, kamen in nur wenigen Tagen weit über 100.000 Euro zusammen. Denn „auch rund 100 Menschen aus den Reihen der Klinik habe das Hochwasser persönlich zum Teil sehr schwer getroffen,“ so der ärztliche Direktor. „Manche haben buchstäblich alles Hab und Gut verloren: Häuser unbewohnbar, Autos weggeschwemmt, Einrichtung zerstört, persönliche Erinnerungen für immer verloren“.

 

Alle Mitarbeitenden, die dazu in der Lage sind, arbeiten schon seit Tagen wieder im regulären Dienst auf den Stationen. Sie haben Vorbereitungen getroffen, um schnellstmöglich wieder Patientinnen und Patienten in ihrer Klinik aufnehmen zu können. „Um die Menschen im Ahrtal in der Krise und darüber hinaus noch besser versorgen zu können, stellen wir derzeit verstärkt medizinisches, therapeutisches und vor allem pflegerisches Personal ein“, hofft Thorsten Kopp, kaufmännischer Direktor der Klinik auch denjenigen interessante Chancen zu bieten, deren berufliche Zukunft im Gesundheitswesen durch die Katastrophe unsicher geworden ist. 

 

 

 

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