"Sie gehen behutsam und liebevoll mit den Patienten um"

Das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler macht gute Erfahrungen mit Pflegekräften aus Nicht-EU-Ländern.

Pflegedirektor Dr. Blerim Hetemi freut sich, dass die drei russischen Krankenschwestern Natalia Kashanova, Fatima Bairamukova und Natalia Shuvaeva (von links) nach Deutschland gekommen sind, um Patienten im Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler zu pflegen. Foto: as

30.09.2020

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Pflegedirektor Dr. Blerim Hetemi freut sich, dass Ende August drei Krankenschwestern ins Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler kamen, die er in Russland anwerben konnte. Die 39-jährige Fatima Bairamukova stammt aus dem Nordkaukasus, Natalia Shuvaeva und Natalia Kashanova – beide sind 49 Jahre alt – haben in Moskau gelebt und gearbeitet. Wegen der Corona-Pandemie mussten die drei Frauen zunächst 14 Tage in Quarantäne. Jetzt sind sie für mehrere Monate als Anerkennungspraktikantinnen tätig. Auch wenn alle drei gut ausgebildet sind und über jahrzehntelange Berufserfahrung in ihrem Heimatland verfügen, sei das nötig. "Denn in Russland sind die Versorgungsstruktur und die Pflegekultur anders als in deutschen Kliniken", sagt Hetemi. Krankenschwestern in Russland führen beispielsweise selten grundpflegerische Tätigkeiten aus. Diese werden in der Regel von Angehörigen und ungelerntem Personal erledigt. Dafür beinhaltet ihre Ausbildung viele medizinische Themen. Sie arbeiten jedoch immer nur nach Anordnung eines Arztes. "Im Anerkennungspraktikum lernen sie unter anderem, dass sie als Pflegekräfte in Deutschland auch eigenverantwortlich arbeiten und komplexe Pflegehandlungen wie zum Beispiel eine Wundversorgung selbständig durchführen", so Hetemi. 

 

Das Klinikum hat Erfahrung mit ausländischen Pflegefachkräften, denn "es ist schon seit mehreren Jahren schwierig, in Deutschland ausgebildete Pflegefachkräfte zu finden", sagt er. Der Bedarf sei groß und könne auch in Zukunft nicht allein mit den jungen Leuten gedeckt werden, die derzeit ihre Ausbildung absolvieren. "Wir brauchen jedes Jahr etwa 20 zusätzliche Pflegekräfte", so Hetemi. Deshalb sucht das Klinikum seit einigen Jahren auch in Nicht-EU-Ländern nach Pflegefachkräften, die in Deutschland arbeiten möchten. So sind in den vergangenen fünf Jahren 34 ausgebildete Pflegekräfte aus dem Balkan nach Bad Neuenahr gekommen. "Dabei achten wir darauf, dass wir grundsätzlich nur Personal aus Ländern einstellen, die über Bedarf ausbilden", betont Hetemi. Auf dem Balkan beispielsweise und in Russland sei das der Fall.  

 

Sie alle absolvieren ein mehrmonatiges Anerkennungspraktikum. Während dieser Zeit haben sie einmal wöchentlich theoretischen Unterricht. Auf Station arbeiten sie eng mit einer eigens freigestellten Praxisanleiterin zusammen. "Zusätzlich steht ihnen je eine Pflegekraft aus ihrem Heimatland zur Seite, "denn wir wollen den Frauen den Einstieg so weit wie möglich erleichtern", betont Hetemi. Das Anerkennungspraktikum schließen sie mit einer Prüfung ab und arbeiten dann als examinierte Pflegekräfte. "Die Prüfung haben bei uns bisher alle ausländischen Pflegekräfte bestanden", ist Dr. Hetemi stolz. Sie hätten sich gut integriert und er kenne keine, die wieder in ihre Heimat zurückgegangen sei. 

 

Von den Patientinnen und Patienten werden Fatima Bairamukova, Natalia Shuvaeva und Natalia Kashanova akzeptiert. Sie können sich gut verständigen, da sie schon in Russland intensiv Deutsch gelernt haben. "Wir beobachten immer wieder, dass die russischen Pflegekräfte behutsam und liebevoll mit den Patienten umgehen und ihnen sehr zugewandt sind", so Hetemi. Darüber hinaus seien sie flexibel. Es sei für sie beispielsweise selbstverständlich, dass sie einspringen, wenn eine Kollegin krank ist. 

 

Schon nach wenigen Wochen fühlen sich die drei Frauen in Bad Neuenahr wohl, ihnen gefällt die Arbeit. Sie haben ihre Heimat verlassen, weil sie neue Erfahrungen machen möchten und eine Perspektive in ihrem Beruf suchen. Die Arbeitsbedingungen in russischen Krankenhäusern seien hart. "Unsere Schichten dauern 24 Stunden und wir genießen jetzt die angenehme Arbeitszeit", berichten Natalia Shuvaeva und Natalia Kashanova unisono. Und Fatima Bairamukova schildert die Schwierigkeiten, in Russland überhaupt einen Arbeitsplatz als Pflegekraft zu finden. 

 

Im Krankenhaus Maria Hilf seien die drei Frauen schon jetzt eine große Hilfe für die Teams auf den Stationen. "Wir haben bislang gute Erfahrungen mit Pflegekräften aus dem Ausland gemacht", sagt Hetemi. "Deshalb freuen wir uns, dass in den nächsten Wochen noch zwei weitere Krankenschwestern aus Russland sowie eine Pflegekraft und eine Hebamme aus Tunesien nach Bad Neuenahr kommen", sagt er.

 

Pressekontakt

Ihr Ansprechpartner:
Heribert Frieling
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0171 9714955
E-Mail: info(at)marienhaus.de

Diese Webseite verwendet Cookies.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren. Diese Cookies helfen uns dabei, Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten und unsere Webseite ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button “Akzeptieren” erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf “Details”.

Sie geben Ihre Einwilligung, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutz.

Informationen zum Betreiber der Seite finden Sie in unserem Impressum.