„Somit bin ich für meine Kollegen Fluch und Segen zugleich“

Christoph Wagner ist zum Geschäftsführer der Marienhaus Kliniken berufen worden – ein Annäherungsversuch

30.06.2020

Waldbreitbach. Das Krankenhaus und Marienhaus „sind mein Leben“, sagt er mit entwaffnender Offenheit. Damals vor gut 30 Jahren, als er im St. Josef-Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hermeskeil seine Arbeit als Krankenpfleger aufnahm, da hätten noch Waldbreitbacher Franziskanerinnen das Krankenhaus geprägt und ihm ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Auch wenn er diese Bilder noch recht gut vor Augen hat, so wünscht er sich die sogenannte gute alte Zeit nicht zurück. Sie ist endgültig vorbei, ist Geschichte. Für Christoph Wagner steht vielmehr fest: „Wir müssen das Gute aus Marienhaus 1.0 und das Positive aus 2.0 zusammenführen und als Marienhaus 3.0 auf wirtschaftlich stabile Füße stellen.“ (Wobei 2.0 für die letzten anderthalb Jahre und das Restrukturierungsprogramm Fit for Future steht). Nur wenn das gelinge, „können wir die Zukunft unseres Unternehmens langfristig sichern.“ In diesem Prozess kommt Christoph Wagner nunmehr eine Schlüsselrolle zu. Der 52-Jährige, der im April 2019 bereits zum Prokuristen der Marienhaus Kliniken GmbH ernannt worden war, ist Anfang Juli zum Geschäftsführer für die Region Nord berufen worden.

 

Sein Werdegang belegt sehr anschaulich, dass „Marienhaus seinen Mitarbeitern Chancen bietet, sich zu entwickeln, und sie fördert“. Er selbst ist dafür das beste Beispiel. Christoph Wagner hat in Hermeskeil jahrelang in der Pflege gearbeitet und dabei fast alle Stationen durchlaufen, auch die des Pflegedirektors. Und er hat bereit 2003 (ebenfalls in Hermeskeil) Verantwortung im kaufmännischen Bereich übernommen. „Somit bin ich für meine Kollegen Fluch und Segen zugleich“, stellt er nüchtern fest. Weil er ganz genau weiß, wie ein Krankenhaus tickt, weiß er einerseits, wo den Menschen der Schuh drückt, wann ihre Kritik berechtigt ist und wo er eingreifen muss. Andererseits kann ihm niemand ein X für ein U vormachen und damit von den eigentlichen Problemen ablenken.

 

Selbst ein Christoph Wagner ist dann ein paar Jahre fremdgegangen. Er brauchte, wie er es nennt, Luftveränderung, wollte über den Tellerrand hinausschauen und neue Erfahrungen sammeln. Und ergänzt: „Das müsste eigentlich jeder tun“. Denn nur dann könne man richtig einschätzen, was man als Marienhäusler an seinem Arbeitgeber hat. Dass andere auch nur mit Wasser kochen oder dass der Ruf Waldbreitbachs in der Fachwelt draußen viel besser sei, als man das im Unternehmen selbst wahrnehme. – Wagner jedenfalls ging 2009 in die Pfalz und wurde Pflegedirektor und Kaufmännischer Direktor in Zweibrücken und Landstuhl.

 

Selbst in dieser Zeit habe er den Kontakt zur Unternehmensspitze in Waldbreitbach nie verloren, erzählt er. Man habe ihn zu diesem Schritt sogar ermutigt, ihm gleichzeitig die Tür für eine Rückkehr immer offen gehalten und zu dieser Zusage auch gestanden, ist er rückblickend Schwester M. Basina Kloos und Christa Garvert heute noch dankbar.

 

Im Herbst 2013 ist er zurückgekehrt, wurde Kaufmännischer Direktor in Hermeskeil (da konnte er morgens zu Fuß zur Arbeit gehen) und im August 2014 zusätzlich im Marienhaus Klinikum Eifel mit den Standorten Bitburg, Gerolstein und damals noch Neuerburg. Gerade ländliche Standorte wie Hermeskeil und Gerolstein, so Wagner, verweisen zum einen darauf, wie sich das Unternehmen entwickelt hat. Die Schwestern sind, kurz gesagt, dorthin gegangen, wo die Not am größten war. Und die beiden stehen zum anderen beispielhaft für die Schwierigkeiten, die Marienhaus als Flächenversorger hat. Denn die immer stärker zunehmenden Strukturvorgaben machen gerade den kleinen Krankenhäusern auf dem Land das Überleben immer schwieriger.

 

Deshalb, davon ist Christoph Wagner zutiefst überzeugt, „müssen wir uns anpassen um zu überleben“. Will heißen: Jeder Klinikstandort muss medizinstrategisch so aufgestellt werden, dass er aus eigener Kraft überlebensfähig ist. Das kann dann im Einzelfall durchaus auch bedeuten, dass man ein Stück weit zu den Ursprüngen zurückkehrt; denn die Filialen, die die Waldbreitbacher Franziskanerinnen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gründeten, waren ja keine klassischen Krankenhäuser. Die Übergänge zwischen (heute würde man sagen) ambulanter und stationärer Versorgung waren damals schon eher fließend.

 

Er ist halt ein Marienhäusler durch und durch…

 

 

 

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