Für eine Kultur der Solidarität und Sorge um den Mitmenschen

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Katholische Träger lehnen assistierten Suizid entschieden ab und warnen vor Paradigmenwechsel

Die katholischen Träger setzen sich ein für eine menschliche, solidarisch sorgende Gesellschaft und sehen in einer Stärkung psychosozialer Angebote und der palliativen Versorgung eine Aufgabe mit höchster Priorität. Foto: Archiv

23.06.2020

Koblenz. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 26. Februar 2020, das das Verbot zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufhebt, stößt bei einem großen Bündnis katholischer Träger sozialer Einrichtungen – darunter natürlich auch die Marienhaus Unternehmensgruppe – auf entschiedene Kritik. Als Christ, so heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Titel „An der Seite des Lebens“, vertraut man darauf, dass jedes menschliche Leben in jeder Phase von Gott gewollt und angenommen ist. „Aus dieser Überzeugung erwächst uns die Verpflichtung, menschliches Leben in seinem unbedingten Wert zu schützen“. Deshalb lehnen es die Träger in ihrer Ende Juni veröffentlichten Erklärung auch grundsätzlich ab, dass Ärzte oder Mitarbeiter aus den Bereichen Pflege, Betreuung und Begleitung in ihren Einrichtungen Beihilfe zum Suizid leisten oder bei der Vorbereitung eines Suizids helfen.

 

Während bisher der Schutz des Lebens in allen seinen Phasen absolute Priorität gehabt habe, räume das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil nun der Freiheit des Einzelnen, seinem Leben ein Ende zu setzen, Priorität ein. Damit vollzieht sich nach Einschätzung der katholischen Träger ein Paradigmenwechsel von einer Kultur der Solidarität und Sorge um den Mitmenschen hin zu einer Kultur, die die Autonomie des Einzelnen zum bestimmenden Merkmal macht. Darüber hinaus befürchten sie, dass die Zulassung organisierter Form assistierter Selbsttötung alte und kranke Menschen auf subtile Weise unter Druck setzt, ihrem Leben unter für sie und ihre Angehörigen schwierigen und belastenden Lebensumständen ein Ende zu setzen. „So wird der Schutz des Lebens gerade der besonders vulnerablen Menschen in unserer Gesellschaft aufs Spiel gesetzt“, warnen die katholischen Träger.

 

Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung halte man für unvereinbar mit dem Auftrag, Menschen in Krisensituationen, im Alter, bei Krankheit oder Behinderung beizustehen und für sie da zu sein. Deshalb appellieren sie auch an alle Verantwortlichen der Gesundheitspolitik, die Suizidprävention zu fördern und die Hospiz- und Palliativversorgung weiter flächendeckend auszubauen.

 

Hier können Sie das Positionspapier downloaden.

 

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