„Noch sind wir in der Entscheidungsphase“

Im Marienhaus Klinikum St. Antonius Waldbreitbach werden die Vor- und Nachteile der Homöopathie als Ergänzung zur Schulmedizin diskutiert

Prof. Dr. Jörg Degenhardt, Chefarzt der Psychiatrie im Marienhaus Klinikum St. Antonius und Birgit Jakobs, Assistenzärztin und Homöopathie diskutieren die Vor- und Nachteile der Homöopathie als Ergänzung zur Schulmedizin. FOTO: Anja Loudovici

17.12.2008

Waldbreitbach. „Wir befinden uns gerade im Entscheidungsprozess, ob wir die Homöopathie als komplementäre Medizin bei uns einsetzen wollen“, berichtet Prof. Dr. Degenhardt, der Chefarzt der Psychiatrie im Marienhaus Klinikums St. Antonius Waldbreitbach. Die Arbeitsgruppe Werkstatt Psychiatrie trägt zur Zeit Argumente zusammen und erarbeitet ein mögliches Einführungskonzept. „Wir wollen unseren Patienten zusätzliche Therapiemöglichkeiten anbieten“, erklärt Degenhardt die Motivation, warum sich das Marienhaus Klinikum mit diesem Thema auseinandersetzt. Und auch die Bundesärztekammer unterstützt mittlerweile Ausbildungen, die sich mit Akupunktur und Homöopathie beschäftigen – „das könnte zum Beispiel ein Anreiz für unsere Assistenzärzte sein“, so Degenhardt. 

In einem ersten Schritt wurde für zehn Patienten des Marienhaus Klinikums St. Antonius nach ihrer stationären Behandlung eine zusätzliche homöopathische Therapie angeboten. Diese Patienten besuchen parallel dazu weiterhin die Institutsambulanz bei Prof. Degenhardt; denn ihm ist wichtig, dass die Homöopathie immer ergänzend zur Schulmedizin angewendet wird. In einem zweiten Schritt sollen die Mitarbeiter für dieses Thema sensibilisiert werden. Es gilt herauszufinden, ob ein generelles Interesse besteht, sich damit auseinanderzusetzen. „Außerdem brauchen wir die Erfahrung unserer Mitarbeiter im Umgang mit den Patienten, um entscheiden zu können, ob es sinnvoll ist, die Homöopathie gegebenenfalls als Ergänzung zur Schulmedizin einzusetzen“, erläutert Degenhardt. Dies soll mit Fachvorträgen geschehen. Einen solchen ersten Vortrag hielt Ende November Dr. Michael Hadulla. Der Psychologe, Psychotherapeut und Arzt für Homöopathie machte die Mitarbeiter mit Methoden und Wirkweisen der Homöopathie vertraut. 

Der dritte Schritt wäre dann, „dass wir Workshops anbieten, bei denen wir uns mit komplementären Verfahren, wie eben der Homöopathie oder der Akupunktur auseinandersetzen“, umreißt Degenhardt das mögliche weitere Vorgehen. Um daran anschließend gegebenenfalls ein verbindliches Konzept zur Einführung zu erarbeiten. „Natürlich müssten wir uns dann auch um ein Ausbildungskonzept bemühen“, schmiedet Degenhardt Zukunftspläne. Ein solches könnte man sich zum Beispiel mit Dr. Hadulla vorstellen. 

„Noch sind wir aber in der Entscheidungsphase“, so Prof. Degenhardt. Anfang des Jahres werden zwei Mitarbeiter eine Klinik besuchen, in der die Homöopathie bereits erfolgreich neben der Schulmedizin eingesetzt wird. „Dort wollen wir uns Anregungen und Ideen holen“.

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