„Das mit dem Licht, wo man sieht, wo man noch schmutzig ist, hat mir am besten gefallen“

Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe am Marienkrankenhaus Trier-Ehrang: Auszubildende führten an einer Grundschule ein Projekt zur Gesundheitsförderung durch

„Ist das gesund?“, fragt Clarissa Bach (Bildmitte) die Grundschüler und zeigt auf eine Salamischeibe. Bei einem gemeinsamen Frühstück wieder-holten die Pflegeschüler mit den Kindern, was sie über gesunde Ernährung erfahren haben.

17.12.2008

Trier. „Können wir noch mal so ein tolles Projekt machen?“, fragt die achtjährige Denise am Ende der Projektwoche. Und ihre Freundin Marline stimmt ihr zu. Am besten gefiel den beiden Grundschülerinnen der Projekttag zur Ernährung. Vier Tage führten Anfang Dezember 2008 Auszubildende der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe am Marienkrankenhaus Trier-Ehrang in der Grund- und Regionalschule Irrel ein Projekt zur Gesundheitsförderung durch. Mit diesem Projekt bewerben sich die Auszubildenden um den Förderpreis des Katholischen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V.. „Auf die Idee daran teilzunehmen, hat uns unsere Lehrerin Frau Dietrich gebracht“, erzählt der Pflegeschüler Benjamin Wagner. Verena Dietrich ist Lehrerin in der Pflegeschule und Koordinatorin des Projektes. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten diskutiert“, berichtet Wagner weiter. Im Gespräch waren Projekte zur gesunden Ernährung oder zur Nikotinsucht. „Aber ein Projekt zur Gesundheitsförderung in einer Grundschulklasse durchzuführen, hat uns alle begeistert“, so Wagner. So kam auch der Projektname zustande: Schulen schulen Schulen. 

Bereits im Frühjahr 2008 begannen die Pflegeschüler, ihr Projekt vorzubereiten. Zuerst hieß es, eine Partnerschule zu finden und eine Klasse, die bereit war, daran teilzunehmen. Die Grund- und Regionalschule in Irrel (in der Nähe von Trier) nahm das Angebot der Pflegeschüler sehr gern an. In der zweiten Grundschulklasse stehen Themen zur Gesundheitsförderung auf dem Lehrplan, „und da passte dieses Projekt wunderbar dazu“, freute sich Petra Schröder, die Primarstufenleiterin der Grund- und Regionalschule, über das tolle Angebot. Im nächsten Schritt mussten sich die Pflegeschüler überlegen, welche Themen sie mit den Grundschülern erarbeiten wollten. „Als Kernthemen blieben nach langer Diskussion Hygiene, Ernährung und Bewegung“, erklärt Georgina Melchisedech. 

„Die genaue Planung war für unsere Schüler eine große Herausforderung“, berichtet Verena Dietrich von den Vorbereitungen. „Aber wir haben unheimlich viel dabei gelernt“, ergänzt Benjamin Wagner. Insgesamt verbrachten die Auszubildenden vier Tage mit den Grundschülern. Der erste Projekttag war dem Thema Ernährung gewidmet. Am Vortag hatten die Grundschüler bereits einen Fragebogen bekommen, auf dem sie ihre Essgewohnheiten notieren sollten. „Gemeinsam haben wir diesen dann mit den Kindern besprochen“, erläutert Georgina Melchisedech. Dabei ging es hauptsächlich darum, gute und schlechte Ernährungsgewohnheiten aufzudecken. Um den Kindern ein Gefühl für ungesunde Lebensmittel zu vermitteln, zeigten die Pflegeschüler ihnen anhand von Zuckerwürfeln, wie viel Zucker zum Beispiel in einem Glas Cola steckt. „Das gemeinsame Kochen hat den Kindern am meisten Spaß gemacht“, berichtet Karolina Godula. Sie bereitete mit fünf Kollegen den Tag der Ernährung vor. Jeder Projekttag wurde von einer anderen Gruppe Pflegeschüler durchgeführt. 

„Wir waren überrascht, dass fast alle Schüler bereits in einem Sportverein sind“, erzählt Christiane Görgen. Eigentlich sahen die Pflegeschüler ihre Aufgabe darin, die Kinder zu beraten, welche Sportarten es gibt und welche am besten zu ihnen passen. „Aber keiner von ihnen ist ein Bewegungsmuffel“, berichtet Görgen weiter. Tanzen und Schwimmen gehören zu den Lieblingssportarten der Kinder. In einer gemeinsamen Sportstunde erklärten die Auszubildenden den Grundschülern die Grundregeln, die man vor dem Sport befolgen muss. So zum Beispiel, warum es so wichtig ist, sich vorher aufzuwärmen. Denn damit kann man schlimmen Verletzungen vorbeugen. Dass nach dem Sport Entspannung gut tun kann, zeigten sie den Kindern mit einer Entspannungsübung. „Wir dachten, dass sie viel zu zappelig sind, aber alle haben die Ruhe ausgehalten“, freut sich Görgen über die Motivation der Kinder. 

„Das mit dem Licht, wo man die Hände drunterhält und dann sieht, wo man noch schmutzig ist, hat mir am besten gefallen“, erzählt der siebenjährige Valentin begeistert. Der dritte Projekttag stand unter dem Motto „Hygiene und Körperpflege“. Die Pflegeschüler zeigten den Kindern nicht nur, wie man sich richtig die Hände wäscht, sondern erklärten ihnen auch, was es mit dem Säureschutzmantel der Haut auf sich hat. Dieser schützt nämlich die Haut vor Bakterien. Am Ende des Tages wurden die Grundschüler mit einem Hygienepass ausgestattet. Auf diesem konnten sie das Gelernte anhand von verschiedenen Aufgaben vertiefen. 

„Ist das gesund?“, fragt Clarissa Bach die Grundschüler und zeigt auf eine Salamischeibe. „Nein!“, rufen sie im Chor zurück. „Weil das so viel Fett hat“, kann sich Marline an das Gelernte erinnern. Am letzten Projekttag besuchten noch einmal alle Pflegeschüler die Grundschulklasse. Bei einem gemeinsamen Frühstück wiederholten sie, was sie über gesunde Ernährung erfahren haben. Und zum Abschluss der Projektwoche hatten sich die Auszubildenden einen ganz besonderen Wettbewerb ausgedacht. In kleinen Spielen traten die Grundschüler in Gruppen gegeneinander an und mussten unter Beweis stellen, was sie von der Projektwoche alles im Gedächtnis behalten haben. So mussten sie in Videofilmen Hygienefehler erkennen, mit verbundenen Augen verschiedene Lebensmittel erraten und in lustigen Bewegungsspielen ihre Geschicklichkeit zeigen.

„Ihr habt alle gewonnen“, verkündet Benjamin Wagner am Ende des Tages bei der kleinen Siegerehrung. Die Grundschüler erhielten alle eine Urkunde und eine Medaille sowie ein kleines Geschenk. „Diese Projektwoche war ein für die Schüler eine tolle Erfahrung und sie haben jede Menge gelernt“, resümiert die Klassenlehrerin der Grundschüler Anne Dinkelacker am Ende der Woche.

Pressekontakt

Ihr Ansprechpartner:
Dietmar Bochert
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0160 2957701
E-Mail: info(at)marienhaus.de