Unterstützung der Ärzte in Grenzsituationen des Lebens

Fortbildungsveranstaltung für die Mitglieder des klinischen Ethik-Komitees der Krankenhäuser in Saarlouis, Völklingen und Wadern-Losheim

Die diesjährige Fortbildung des Ethik-Komitees des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Klinik Saarlouis und St. Michael Völklingen sowie der Ma-rienhauskliniken St. Elisabeth Wadern / St. Josef Losheim am See, zu der auch die Geschäftsführerin Christa Garvert (rechts) eingeladen war, fand in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar statt. FOTO: Andrea Schulze

17.12.2008

Vallendar. „Den Arzt, der nachts um zwei Uhr in die Notaufnahme zu einem Patienten gerufen wird, der zum wiederholten Mal in sehr schlechtem Zustand in die Klinik gebracht wird, wollen wir unterstützen bei seinen medizinischen Entscheidungen“, erläuterte PD Dr. Uwe Specht. Der Leitende Arzt der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Klinik Saarlouis ist Mitglied des gemeinsamen Ethik-Komitees des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Klinik Saarlouis und St. Michael Völklingen sowie der Marienhauskliniken St. Elisabeth Wadern / St. Josef Losheim am See. Bei ihrer jährlichen Fortbildungsveranstaltung, die Mitte November in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) stattfand, diskutierten die Mitglieder zusammen mit Geschäftsführerin Christa Garvert und Pater Prof. Dr. Heribert Niederschlag, dem Rektor der Hochschule, den Textentwurf einer Broschüre für Ärzte, die diesen Hilfestellung bei ethischen Fragen geben soll. Erarbeitet hatten den Text Dr. Dietrich Wördehoff, der ehemalige Chefarzt der Inneren Medizin, und Klaus Aurnhammer, der Seelsorger der Palliativstation des St. Michael-Krankenhauses Völklingen. 

„Die Broschüre besteht im Hauptteil aus einer Checkliste mit Fragen, die dem Arzt Denkanstöße geben und Kriterien für eine verantwortliche Entscheidung in Grenzsituationen des Lebens aufzeigen sollen“, sagte Aurnhammer. Ergänzt werden die Fragen durch ein Vorwort und ein Glossar, in dem zum Beispiel kurative und palliative Medizin, aktive und passive Sterbehilfe, Betreuungsverfügung und Therapieziel-Änderung erläutert werden. Das eher selten verwendete Wort Therapieziel-Änderung wird von den Autoren des Papiers als zentraler Begriff gesehen. Er sollte ihrer Ansicht nach den Begriff Therapieabbruch ersetzten. „Denn auch bei schwerstkranken Patienten mit begrenzter Lebenserwartung wird die Therapie nicht einfach abgebrochen“, betonte Dr. Wördehoff. Stattdessen werde das Therapieziel neu definiert. Gehe es zuerst um die Wiederherstellung der Gesundheit, so gebe es einen Zeitpunkt, „an dem wir akzeptieren müssen, dass der Patient nicht mehr gesund wird, dass er sterben wird“, so Klaus Aurnhammer. Wenn kurative Therapieansätze keinen Erfolg mehr versprechen, treten palliative Therapieziele in den Vordergrund: Linderung der Symptome wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, bestmögliche Pflege und Begleitung, um so eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. 

„Die Broschüre soll keine Konkurrenz zur ethischen Fallbesprechung sein“, sagte Dr. <personname w:st="on">Andrea</personname>s Neumeier, der Vorsitzender des klinischen Ethik-Komitees. Ethische Fallbesprechungen werden in den vier Häusern auf den Stationen durchgeführt, wenn die Ärzte schwierige medizinische Entscheidungen fällen müssen. Ein geschulter Moderator, die beteiligten Ärzte, Pfleger und Seelsorger erarbeiten dann zusammen den medizinisch sinnvollsten und ethisch verantwortlichsten Behandlungsplan, der den Charakter einer Empfehlung hat. Alle ethischen Fragestellungen, die über den Rahmen einer solchen ethischen Fallbesprechung hinausgehen, werden vom Ethik-Komitee aufgegriffen, diskutiert und in ethischen Standards formuliert. „Die Broschüre könnte eine Vorstufe zur ethischen Fallbesprechung werden“, vermutet Christa Garvert. Und das Ethik-Komitee erhofft sich davon eine weitere ethische Sensibilisierung der Ärzte und Führungskräfte. 

Als nächstes soll die Broschüre, für deren Einsatz Christa Garvert gerne „grünes Licht gibt“, im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Klinik Saarlouis in die Testphase gehen. In einem halben Jahr wird dann überprüft, wie sie sich bewährt hat und welchen Nutzen die Ärzte daraus ziehen konnten.

Pressekontakt

Ihr Ansprechpartner:
Dietmar Bochert
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0160 2957701
E-Mail: info(at)marienhaus.de