Den Anfang des Lebens gut gestalten

Marienkrankenhaus Trier-Ehrang als „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet

Freuen sich über das Zertifikat Babyfreundliches Krankenhaus: Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer (vordere Reihe, 3. von links), die Aufsichtsratsvorsitzende der Marienhaus GmbH Schwester Edith-Maria Magar (vordere Reihe, 2. von links), Geschäftsführer Michael Osypka (5. von rechts), das Direktorium des Marienkrankenhauses Trier-Ehrang sowie Mitarbeiter der Abteilung für Geburtshilfe.

17.12.2008

Trier-Ehrang. „Wir tun alles, um die enge Bindung zwischen Mutter und Kind direkt nach der Geburt zu fördern“, betonte Dr. Wolfgang Günther, der Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Marienkrankenhauses Trier-Ehrang. Das Krankenhaus hat Ende Oktober die Auszeichnung Babyfreundliches Krankenhaus erhalten, die die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF verleiht. Entscheidend für das Bindungsverhalten sei der unmittelbare Kontakt zwischen Mutter und Kind direkt nach der Geburt. „Deshalb kann bei uns alles, was nicht medizinisch unbedingt erforderlich ist, warten“, sagte Dr. Günther. So bleiben die Neugeborenen direkt nach der Geburt im Kreißsaal bei ihrer Mutter und werden zum ersten Stillen angelegt. Dabei ist vor allem auch der Hautkontakt ganz wichtig. Erst rund zwei Stunden später werden die Babys gewogen, gemessen und angezogen. 
 

Rund 20.000 Krankenhäuser weltweit tragen diese Auszeichnung der WHO/UNICEF. Davon liegen nur 500 in den Industrieländern. Das Marienkrankenhaus Trier-Ehrang ist die 35. Klinik in Deutschland und die zweite in Rheinland-Pfalz, die das Zertifikat Babyfreundliches Krankenhaus erhalten hat. Die Initiative der WHO und UNICEF wurde in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet. Auslöser war vor allem der zu dieser Zeit zunehmende Einsatz künstlicher Babynahrung in Ländern der Dritten Welt, der damals zum Tod Tausender Babys führte. Im Vordergrund der Initiative stehen die Bedürfnisse von Mutter und Kind. Die erste Lebensphase des Neugeborenen soll besonders geschützt werden. Dazu gehört eine sichere Geburt und wenn möglich das Stillen des Kindes. „Gestillte Kinder haben einen besseren Start ins Leben“, betonte Malu Dreyer, die rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, die an der Feierstunde teilnahm. Sie gratulierte dem Marienkrankenhaus zu der Auszeichnung und betonte, dass es eine Herausforderung an die Gesellschaft, die Politik und alle Beteiligten sei, den Anfang des Lebens gut zu gestalten. 
 

Mit der Entscheidung, sich um das Zertifikat Babyfreundliche Krankenhaus zu bewerben, nahm das Marienkrankenhaus diese Herausforderung an. „Während der sehr intensiven Vorbereitungsphase haben wir unsere Geburtshilfe umstrukturiert“, berichtete Dr. Günther. „Wir betreiben jetzt eine sogenannte integrative Wochenpflege.“ Die Mütter haben eine Pflegekraft als Ansprechpartnerin. Die Pflege des Neugeborenen, die Wochenpflege und die Stillberatung werden nicht mehr getrennt. Die Ärzte, das Pflegepersonal und die Hebammen, haben sich entsprechend weiter qualifiziert, um die Standards der WHO zu erfüllen. „Zusätzlich haben wir jetzt fünf ausgebildete Still- und Laktationsberaterinnen, die die Mütter umfassend und rund um die Uhr beim Stillen ihres Kindes unterstützten“, erläuterte Dr. Günther. Dass aber auch Mütter, die ihr Kind nicht stillen wollen oder können, im Marienkrankenhaus gut aufgehoben sind, daran ließ der Chefarzt keinen Zweifel. Sie erhalten eine professionelle unabhängige Ernährungsberatung für ihr Kind.  

Darüber hinaus ist die Abteilung für Geburtshilfe jetzt baulich auf dem neuesten Stand: Die Wochenstation und die Patientinnenzimmer wurden umgebaut und generalsaniert. Die Zweibettzimmer können auch als Familienzimmer genutzt werden, wenn der Vater bei seiner Familie sein möchte. „In der Regel sind die Babys die gesamte Zeit bei ihrer Mutter“, so die Erfahrung Dr. Günthers. „Wir benutzen ausschließlich Babyinseln als Kinderbettchen, die seitlich an das Bett der Mutter geschoben werden und so auch Müttern mit einer Kaiserschnittgeburt einen direkten Kontakt zum Kind erlauben.“ Die Zimmer sind so eingerichtet, dass die Eltern die Pflege ihres Kindes voll übernehmen können, wenn sie es wollen. Dabei schaut ihnen eine Pflegerin über die Schulter. Die Mütter erhalten dabei natürlich alle Unterstützung, die sie brauchen. „Mutter und Kind sollen sich in unserem Haus wohlfühlen und wir wollen dazu beitragen, dass die Neugeborenen so gut wie möglich in ihr Leben starten“, betonte Dr. Günther.

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