Untersuchungen im Kernspin trotz Herzschrittmacher

Im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied wurde erstmals ein Herzschrittmacher implantiert, der für Untersuchungen im Kernspinto-mographen zugelassen ist

Sven Maier (Name geändert) ist der erste Patient, dem im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied ein MRT-fähiger Herzschrittmacher eingepflanzt wurde. Die behandelnden Ärzte Chefarzt PD Dr. Götz Lutterbey, der Operateur Dr. Achim Hüls und Chefarzt Dr. Burkhard Hügl (von links) freuen sich, dass der Patient weiterhin, wenn erforderlich im MRT untersucht werden kann. FOTO: Andrea Schulze

17.11.2008

Neuwied. „Patienten, die einen Herzschrittmacher tragen, mussten bisher auf eine Untersuchung im Kernspintomographen (MRT) verzichten“, erläutert Privatdozent Dr. Götz Lutterbey, der Chefarzt für Diagnostische und Interventionelle Radiologie/Nuklearmedizin des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied. Durch wechselnde Magnetfelder und Hochfrequenz-Impulse, die im Gerät aufgebaut werden, können sich beim herkömmlichen Schrittmacher die Kabel und die Elektroden im Herzmuskel, die dem Herz die Impulse zum Schlagen geben, erhitzen. Dabei können sie so heiß werden, dass sie das Gewebe schädigen und nicht mehr in der Lage sind, die Impulse des Schrittmachers weiterzuleiten. „In dringenden Ausnahmefällen und unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen führen wir in unserem Haus auch bei Patienten mit Schrittmacher MRT-Untersuchungen durch“, berichtet Dr. Lutterbey. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Patient an einem Hirntumor leidet. 
 

Ende Oktober wurde einem jungen Mann zum ersten Mal im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied ein Herzschrittmacher der neuesten Generation eingepflanzt, der bis jetzt als einziger für Untersuchungen im MRT zugelassen ist. Nachdem der 39-jährige Sven Maier (Name geändert) bewusstlos geworden war, hatten die Ärzte bei ihm einen viel zu langsamen Herzschlag diagnostiziert. Als Therapie kam nur ein Schrittmacher in Frage. „Als wir dann erfuhren, dass er schon mehrmals wegen einer anderen Erkrankung im Kernspin war und sicher immer mal wieder eine solche Untersuchung brauchen wird, war klar, dass ein normaler Schrittmacher nicht in Frage kommt“, sagt Dr. Burkhard Hügl, der Chefarzt der Medizinischen Klinik I. Deshalb wurde ihm ein MRT-fähiger Schrittmacher eingesetzt. Die Materialien und die Elektronik wurden so angepasst, dass sie durch das Magnetfeld nicht nachhaltig gestört werden können. Vor allem aber wurden die Elektroden so modifiziert, dass keine Energie mehr auf die Elektrodenspitzen, die im Herzmuskel für die Impulsweiterleitung sorgen, übertragen wird. Sie können sich nicht mehr erhitzen und es besteht keine Gefahr, dass sie das Gewebe verbrennen. „Darüber hinaus hat dieser Schrittmacher eine ganz besonders lange Haltbarkeit“, weiß Dr. Hügl. 

In Zukunft werden immer mehr Menschen einen Herzschrittmacher erhalten, gleichzeitig gewinnt die Diagnostik mit Hilfe des Kernspintomographen zunehmend an Bedeutung. „Mit dem neuen Schrittmacher steht auch diesen Patienten die Untersuchungsmethode weiterhin offen“, freut sich Dr. Hügl.

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