Es gilt, die Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken

Marienhaus Klinikum Bendorf-Neuwied-Waldbreitbach: Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, zu Gast bei der Fortbildungsver-anstaltung Sucht im Kindes- und Jugendalter

Chefarzt Dr. Urban Himbert, Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Chefarzt Dr. Oliver Bilke (von links nach rechts) wollen die Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken.

03.11.2008

Neuwied. „Unsere Aufgabe ist es, die Lebenskompetenz unsere Kinder und Jugendlichen zu stärken, denn das Einstiegsalter bei allen Drogen sinkt“, stellte Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, fest. Ende Oktober war sie als Gastrednerin zur Fortbildungsveranstaltung Sucht im Kindes- und Jugendalter des Marienhaus Klinikums Bendorf-Neuwied-Waldbreitbach in die Reha Rhein-Wied gekommen. „Wir müssen etwas tun, denn je früher eine Sucht beginnt, desto schwieriger ist es, sie zu überwinden“, forderte sie die 70 Teilnehmer auf. Die Politik allein könne das nicht richten, so Bätzing weiter, und deswegen sei sie dankbar um jede Hilfe, die den Kindern und Jugendlichen zuteil werde. „Aus diesem Grund haben wir zu dieser Fortbildungsveranstaltung nicht nur Ärzte eingeladen, sondern auch Kinder- und Jugendpsychologen sowie Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe“, so Dr. Urban Himbert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied. 

„Sucht entsteht da, wo Dinge ihren Kontext verlieren“, erläuterte Dr. Oliver Bilke. Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Vivantes Humboldt Klinikums Berlin meint damit, dass besonders Kinder und Jugendliche, die sich in einem so genannten Übergang befinden, suchtgefährdet sind. Das sind die Phasen der Einschulung, der Pubertät oder der Abnabelung vom Elternhaus. Weiterhin führte er in seinem Vortrag aus, dass die soziale Herkunft und der soziale Hintergrund eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Süchten spielten. Ein kleiner Junge, der erlebe, wie es seiner Mutter mit Alkohol vermeintlich besser gehe, greife eher zur Flasche. Die gelebten Vorbilder (soziale Nachahmung) sind für Kinder und Jugendliche in den sogenannten Übergangsphasen von zentraler Bedeutung. Aber auch die Freunde und die Clique, in denen Kinder und Jugendliche verkehren, sollten Eltern auf jeden Fall im Blick behalten.

„Sucht im Kindes- und Jugendalter ist ein komplexes Problem, an dem alle Beteiligten arbeiten müssen: Elternhaus, Schule, Ärzte, Gemeinden und Politik müssen lernen hinzuschauen, wo die Probleme liegen, und dürfen sie nicht ignorieren“, plädierte Sabine Bätzing.

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