„Sie sind wohl für die gute Stimmung verantwortlich“

Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth/St. Petrus/St. Johannes: Kranken-haushilfe „Grüne Damen und Herren“ feiert 25-jähriges Bestehen. Wir haben sie bei ihrer Arbeit begleitet.

„Neue Mitstreiter sind immer willkommen, denn wir wollen ja weitere 25 Jahre den Patienten helfen“, so die Leiterin der Krankenhaushilfe Ute Schumacher (zweite von rechts) bei der Talkrunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens.

03.11.2008

Bonn. „Ich komme vom Besuchsdienst der Grünen Damen. Kann ich etwas für Sie tun?“, diese Frage stellt Hanna Hühne an diesem Vormittag unzählige Male und fast jedes Mal zaubert sie damit ein Lächeln auf die Gesichter der Patienten. Hanna Hühne arbeitet seit anderthalb Jahren ehrenamtlich bei den Grünen Damen des Gemeinschaftskrankenhauses St. Elisabeth/St. Petrus/St. Johannes mit. Mitte Oktober feierten sie ihr 25-jähriges Bestehen.

„Ich suchte eine neue Aufgabe“

Jeden Dienstag von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr macht Hanna Hühne ihre Runde durch die Patientenzimmer. „Ich habe schon früher viel von den Grünen Damen gehört“, erzählt sie. Und vor anderthalb Jahren suchte sie eine neue Aufgabe: „Meine Enkel waren nun alle in der Schule und ich wollte meine freien Vormittage nutzen“, erzählt sie. Damals fiel ihr ein Zeitungsartikel über die Grünen Damen am Gemeinschaftskrankenhaus in die Hände. „Ich habe es ausprobiert und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin“, berichtet Hühne von ihren Anfängen bei den Grünen Damen. Die erste Patientin heute kennt Hühne schon. Nach einer schwierigen Beinoperation hat die alte Dame einen langwierigen Genesungsprozess vor sich. „Ich habe den Eindruck, dass es Ihnen heute schon viel besser geht“, sagt Hühne. Und die Patientin erzählt ihr stolz, dass sie gestern zum ersten Mal wieder allein ein wenig im Rollstuhl sitzen konnte.

Besorgungen, Zuhören und auch mal die Hand halten

„Der Mensch braucht den Menschen“, sagt Hühne und das merkt man bei dem nächsten Patienten. Auch diesen kennt sie schon von ihren wöchentlichen Rundgängen. Nach zwei Wochen auf der Intensivstation erholt er sich nun allmählich. Freudig berichtet er Hühne, dass er langsam zu Kräften komme und nun auch schon wieder mit Appetit essen könne. „Soll ich Ihnen wieder die Zeitung besorgen?“, fragt sie. Solche kleinen Besorgungen oder auch mal das Telefon anmelden gehören zu ihren Aufgaben. Wichtiger aber seien die Gespräche, das Zuhören oder einfach das Dasein und auch mal die Hand zu halten, berichtet Hühne. Es passiere auch schon mal, dass man in ein Zimmer komme und jemand weinend vorfinde. „Das sind dann Situationen, die auch für mich schwierig sind“, erzählt sie.

Empfangsservice der Grünen Damen

„Sie sind wohl für die gute Stimmung verantwortlich“, stellt ein Patient, der an der zentralen Aufnahme wartet, fest. Hier kümmert sich Marianne Forster um die Patienten, die auf ihre Aufnahme warten. Sie ist seit 2002 bei den Grünen Damen und arbeitet seit Ende 2007 im Empfangsservice mit. Sobald ein Patient mit suchenden Augen im Krankenhaus-Foyer steht, geht Forster auf ihn zu und bietet ihm ihre Hilfe an. Sie erklärt ihnen, wo sie sich anmelden müssen. „Sie müssen erst im Computer erfasst werden – ohne das sind Sie niemand“, sagt Forster lachend und versucht dem Patienten damit ein wenig die Anspannung und Angst zu nehmen, die ein Krankenhausaufenthalt mit sich bringt. Anschließend begleitet sie den Patienten auf seine Station.

„Ich habe es immer gern, wenn was los ist“

„Möchte jemand ein Glas Wasser?“, fragt Forster, als sie kurz im Wartezimmer der orthopädischen Ambulanz vorbeigeht, um dort zu schauen, ob ihre Hilfe benötigt wird. Auch hier beantwortet sie bereitwillig die Fragen der Patienten. Und wenn dann noch Zeit bleibt, unterstützt sie die Pflegekräfte dabei, die Patienten von den Stationen zur Physiotherapie zu begleiten. „Ich habe es immer gern, wenn was los ist“, erzählt sie. Sie überlegt deshalb auch ihr Engagement von einem Tag in der Woche auf zwei auszuweiten.

Grüne Dame der ersten Stunde

Zufällig treffen wir an diesem Vormittag noch eine Grüne Dame der ersten Stunde. Waltraud Kiepenheuer ist mittlerweile über 80 Jahre alt und nicht mehr aktiv tätig. Aber gern erinnert sie sich an ihre Vormittage im Gemeinschaftskrankenhaus. „Ich habe immer versucht, die Patienten aufzuheitern und habe meine Späßchen gemacht“, erzählt sie. Sie habe viele unterschiedliche Lebensentwürfe und Lebensgeschichten kennengelernt, berichtet sie weiter. „Jeder Patient ist anders und man muss individuell auf ihn eingehen – das war es, was die Arbeit bei den Grünen Damen für mich so spannend machte“. 

Talkrunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens

„Sie als Grüne Damen bereichern unser Krankenhaus auf einmalige Weise“, betonte Krankenhausoberer Christoph Bremekamp bei der Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Krankenhaushilfe. Und deswegen feierten die Grünen Damen ihr Jubiläum auch auf ganz besondere Art. In einer Talkrunde ließen sie ihre Erinnerungen und Erlebnisse Revue passieren. Die eine erzählte davon, dass sie aus Dankbarkeit oft als grüner Engel bezeichnet wird. Aber auch ernstere Themen wurden angesprochen. So wollen sich die Grünen Damen als Unterstützung zu den Pflegekräften verstanden wissen. „Sie tun das, wofür den Pflegekräften oft keine Zeit bleibt“, lobte auch Pflegedirektorin Ingrid Petschick. 

Zur Zeit arbeiten 30 Grüne Damen ehrenamtlich im Gemeinschaftskrankenhaus. „Neue Mitstreiter sind immer willkommen“, so die Leiterin der Krankenhaushilfe Ute Schumacher, „denn wir wollen ja weitere 25 Jahre den Patienten helfen“.

Pressekontakt

Ihr Ansprechpartner:
Dietmar Bochert
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0160 2957701
E-Mail: info(at)marienhaus.de