Die Patienten gut durch ihre Operationen begleiten

St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil: Einen Tag lang haben wir Anästhesie-Pfleger Joachim Konrad bei seiner Arbeit begleitet

Joachim Konrad legt dem 16-jährigen Patienten mit der Mittelhandfraktur einen Zugang für die Narkosemedikamente.

10.10.2008

Hermeskeil. Der erste Patient an diesem Tag, den Joachim Konrad betreut, ist ein 16-jähriger Junge, der sich in einer Rangelei eine Mittelhandfraktur zugezogen hat, die nun mit einem Nagel stabilisiert werden soll. Joachim Konrad ist Anästhesie-Pfleger und Bereichsleiter der Abteilung (Anästhesie Pflege) im St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil. Mit ihm kümmern sich noch fünf weitere Pflegekräfte um die Patienten kurz vor, während und kurz nach einer Operation. „Als Anästhesie-Pfleger trifft man die Patienten in einer Ausnahmesituation an“, erklärt Konrad, der von seinen Kollegen nur Ko gerufen wird. Wir haben ihn einen Tag lang begleitet.

Es ist seine erste OP

Das Anästhesie-Pflegepersonal begegnet den Patienten erst in der Schleuse zu den Operationssälen. Mitarbeiter vom Patientenbegleitdienst bringen sie von ihrer Station dorthin. Für den 16-Jährigen mit der Mittelhandfraktur ist es die erste Operation. Man sieht ihm die Anspannung und Aufregung deutlich an. Konrad versucht ihn mit Fragen nach dem Unfall abzulenken und erklärt ihm dabei die Vorgehensweise der Anästhesie. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, die Patientenpapiere zu kontrollieren. Der 16-Jährige trägt zwar einen Gips, dennoch muss die zu operierenden Hand mit einem Kreuz markiert sein. Konrad ruft noch mal den zuständigen Arzt hinzu und bittet ihn, die Hand zu kennzeichnen. 

Dem Patienten die Angst nehmen

Wenn möglich gehen die Patienten selbst zur Operationsliege. „Wir wollen ihnen nicht das Gefühl geben, kränker zu sein, als sie sind“, erklärt Konrad und bittet den 16-Jährigen selbst zur Liege zu gehen. „Du kannst noch ein wenig tiefer rutschen“, sagt Konrad und bringt den Jungen auf der Liege gleich in die richtige Position für die Operation. Nun bekommt der 16-Jährige eine vorgewärmte Decke umgelegt und ein Häubchen, mit dem die Haare für die Operation verdeckt werden. Das alles erledigt Konrad wie nebenbei und gibt damit dem Patienten Sicherheit. „Der Patient muss merken, dass wir genau wissen, was wir tun“, erklärt Konrad, „nur so können wir ihm ein wenig die Angst nehmen“. Während der gesamten Operationsphase ist immer ein Mitarbeiter der Anästhesieabteilung bei dem Patienten. „Du wirst nicht allein gelassen“, vermittelt Konrad dem 16-Jährigen und man merkt, dass diese Worte ihn beruhigen.

Sicherheit steht an erster Stelle

Aus der Schleuse kommt der Patient sofort in den Operationssaal, wo der Narkosearzt schon auf ihn wartet. Heute Vormittag hat Oberärztin Eva Ewers Dienst. Sie begrüßt den Patienten und erklärt ihm die nächsten Schritte. Noch einmal fragt sie ihn, ob er nüchtern ist und ob eine Medikamentenunverträglichkeit bekannt ist. „Diese Fragen wurden zwar bereits im Anästhesiegespräch geklärt“, erläutert Ewers, „aber zur Sicherheit fragen wir nach“. Währenddessen hat ihr Kollege Konrad bereits die Anästhesie vorbereitet: Er kümmert sich darum, dass die Überwachungsgeräte richtig eingestellt sind und legt die Medikamente bereit. 

„Hast du dir schon einen Traum überlegt?“

„Ko legst du noch einen Zugang“, bittet Ewers ihren Kollegen. „Über diesen Zugang werden wir dir dann die Narkosemittel verabreichen“, erläutert die Ärztin dem Jungen. „Hast du dir schon einen schönen Traum überlegt“, fragt Konrad, bevor er dem Jungen die Sauerstoffmaske aufsetzt. Während der Narkose werden alle wichtigen Vitalfunktionen mit Hilfe eines Monitors überwacht und im Abstand von fünf Minuten in einem Protokoll eingetragen. Diese lückenlose Aufzeichnung ist wichtig, um im Notfall schnell handeln zu können. So werden dort zum Beispiel auch die verwendeten Narkosemedikamente festgehalten, um etwa im Fall einer allergischen Reaktion sofort reagieren zu können. 

Aufwachraum

„Ganz ruhig, du bist gleich wieder in deinem Bett. Die Operation ist schon vorbei“ beruhigt Konrad den 16-Jährigen, der in der Schleuse auf einmal die Operationsliege allein verlassen will. „Wir passen die Narkose genau an die Operationslänge an, deswegen sind viele der Patienten schon ein wenig wach, bevor sie in den Aufwachraum kommen“, erläutert Ewers. So richtig orientieren kann sich der 16-Jährige noch nicht und über seinen eingegipsten Arm wundert er sich noch. Im Aufwachraum werden die Patienten so lange überwacht, bis sie stabil und orientiert genug sind, um wieder auf ihre Station verlegt zu werden. 

Im Aufwachraum wartet schon die nächste Patientin für diesen Tag. Die 28-Jährige hat Probleme mit dem linken Knie. In einer Kniespiegelung soll die Ursache geklärt werden. Diese Patientin hat bereits OP-Erfahrung und sie sieht der bevorstehenden Operation gelassen entgegen. „Nach 26 Jahren Berufserfahrung hat man ein Gespür für die Stimmungen der Patienten – nicht mit jedem kann man zum Beispiel so flapsig umgehen“, berichtet er.

Reibungslosen Ablauf gewährleisten

Während Konrad bereits die Patientin einschleust, bereitet seine Kollegin Marlies Engelke die Anästhesie für die junge Frau vor. In jedem Operationssaal hängt ein OP-Plan, an dem sie sich orientiert. Dort ist von den Anästhesieärzten auch die jeweilige Narkoseart festgelegt worden. So legt sie eine neue Sauerstoffmaske bereit, überprüft die Überwachungsgeräte und zieht die Medikamente auf. „Wir haben den Anspruch, dass alles so reibungslos wie möglich abläuft“, erklärt sie. Der Patient soll nur so wenig Zeit wie unbedingt notwendig im OP verbringen.

Flexibilität ist wichtig

Während der Kniespiegelung erreicht Konrad ein Anruf, dass gerade ein Patient mit Oberschenkelhalsbruch eingeliefert wurde, der dringend operiert werden muss. Nach kurzer Rücksprache mit dem OP-Koordinator und seinen Teamkollegen, wird der OP-Plan umgestellt. „Wir müssen schon flexibel sein“ sagt Konrad. Durchschnittlich fünf bis sechs OPs betreut ein Anästhesie-Pfleger in seiner Schicht. Manchmal können es auch acht sein. Je nachdem, welche Eingriffe vorgenommen werden müssen oder wie viel dringende Notfälle hinzukommen. Joachim Konrad übernimmt zudem noch Bereitschaftsdienste, damit auch am Wochenende und nachts Patienten bestens auf ihre Operationen vorbereitet und begleitet werden können. „Ich möchte keinen anderen Job machen, trotz manch langer Tage“, so Konrad. 

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