„Wir wollten zeigen, dass sich etwas ändern muss“

Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen der Marienhaus GmbH demonstrierten in Berlin für eine bessere Gesundheitspolitik

Mitarbeiter des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied protestieren in Berlin für die Belange der Krankenhäuser. Auch die Kaufmännische Direktorin Claudia Hoffmann (rechts) war mit Berlin gekommen, ein Signal zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann.

10.10.2008

Berlin. „Wenn wir nichts tun und einfach alles hinnehmen, ändert sich nichts, und es geht zu Lasten unserer Patienten“, beschreibt Gudrun Wolff ihre Motivation nach Berlin zu fahren und an der Großdemonstration Rettet die Krankenhäuser teilzunehmen. Die Krankenschwester und MAV-Vorsitzende aus dem Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied hat sich mit vielen gleichgesinnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen der Marienhaus GmbH auf den Weg nach Berlin gemacht, um dort für die Belange der Krankenhäuser einzutreten. Das Aktionsbündnis zur Rettung der Krankenhäuser hatte zu einer Großdemonstration Ende September in Berlin aufgerufen. 130.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Krankenhäusern aus der gesamten Bundesrepublik folgten dem Aufruf und machten vor dem Brandenburger Tor ihrem Unmut über die Gesundheitspolitik Luft.

„Die Schere zwischen den Einnahmen und den Ausgaben geht immer weiter auseinander“, erläutert Claudia Hoffmann. Die Kaufmännische Direktorin des Marienhaus Klinikums war ebenfalls mit nach Berlin gekommen, um ein Signal zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann. „Die Politik muss Konsequenzen ziehen, wenn die Krankenhäuser handlungsfähig bleiben sollen“, so Hoffmann weiter. Dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus der Gesundheitswirtschaft, Pflegekräfte und Ärzte, Direktoriumsmitglieder und Pflegeschüler, Mitarbeiter aus dem Technischen Dienst und der Hausreinigung zusammen gegen die ungerechte Budgetdeckelung und für mehr Personal demonstrieren, „ist einmalig und wird Wirkung zeigen“, ist sich Frank Bsirske, der Vorsitzende von ver.di, in seiner Rede während der Großkundgebung sicher.

Seit 1993 ist die Krankenhausfinanzierung an die Grundlohnsumme gebunden (Deckel), unabhängig von den realen Kostensteigerungen. Früher waren die tatsächlich entstandenen Kosten, ausschlaggebend für das Budget, das die Krankenhäuser erhielten. Heute gibt es - egal, ob es sich um ein Krankenhaus der Maximal- oder Regelversorgung handelt, ob die Klinik großen Anteil an der Notfallversorgung hat oder keinen - feste Preise (sogenannte Fallpauschalen). Und so war in Berlin immer wieder der Ruf zu hören: Der Deckel muss weg!, denn die von der Regierung zugesicherten drei Milliarden reichen laut Aktionsbündnis nicht aus, um die steigenden Kosten der Krankenhäuser zu refinanzieren.

„Wir sind so viele – da muss doch einfach was passieren“, sagt Hildegard Becker, Kinderkrankenschwester im Marienhaus Klinikum. Wenn zwei examinierte Krankenschwestern und eine Pflegeschülerin 16 kleine Patienten zu versorgen haben, „dann wird es Zeit, sich aktiv für eine Veränderung einzusetzen“, so Becker weiter. Für sie und ihre Kollegen war die Fahrt nach Berlin wichtig, „denn wir wollen zeigen, das sich was ändern muss“, fügt ihr Kollege Willi Löhr von der Haustechnik hinzu.

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