„Die Krankheit ist eine stille Gefahr“

Marienhausklinik Bitburg hat seit rund einem Jahr eine Hepatitisambulanz – wohnortnahe Versorgung von Patienten mit chronischer Leberentzündung

Wenn Patienten in die Hepatitisambulanz kommen, erklärt Chefarzt Dr. Thomas Koch ihnen genau die Erkrankung und zeigt ihnen, wie sie die Spritze mit dem Medikament benutzen. FOTO: Andrea Schulze

09.10.2008

Bitburg. „Sehr viele ansteckende Lebererkrankungen können heute erfolgreich behandelt werden“, weiß Dr. Thomas Koch, der Chefarzt der Medizinischen Klinik II der Marienhausklinik Bitburg. Seit etwa einem Jahr hat die Marienhausklinik Bitburg die Zulassung als Hepatitisambulanz und bietet Patienten, bei denen eine chronische Hepatitis B, C oder eine Autoimmunhepatitis diagnostiziert wurde, Beratung und Therapie an. Hepatitis B und C sind Entzündungen der Leber, die durch Viren hervorgerufen werden. Auch bei einer Autoimmunhepatitis kommt es zu einer Leberentzündung, allerdings wird sie durch das körpereigene Immunsystem ausgelöst, das die Leberzellen angreift und zerstört. 
 

„Die Patienten kommen längst nicht nur aus dem Drogenmilieu“, sagt Dr. Koch. Viele Menschen glauben, sie könnten keine Hepatitis bekommen, weil sie nicht den Risikogruppen angehören. Das sei aber falsch. Jeder Mensch könne an Hepatitis erkranken. Bei jedem zehnten Patienten zum Beispiel sei völlig unklar, wie und wo er sich mit dem Virus infiziert hat. Zudem seien die Symptome häufig unspezifisch, oft verlaufe die Infektion unerkannt und bei rund 30 Prozent der Patienten mit einer chronischen Hepatitis C seien sogar die Leberwerte normal. „Diese Krankheit ist eine stille Gefahr“, so Dr. Koch. Der Gastroenterologe rät jedem, der sich längere Zeit schlapp und abgeschlagen fühlt, sich von seinem Hausarzt auch auf Hepatitis hin untersuchen zu lassen. Denn unbehandelt kann eine chronische Hepatitis zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen.

„Wir behandeln die Erkrankung unter anderem mit Interferon“, erläutert Dr. Koch. Diese Therapie ist gut wirksam, kann aber Nebenwirkungen hervorrufen und erfordert deshalb eine intensive medizinische Überwachung und Betreuung. Dr. Koch freut sich, Patienten diese Therapie in Bitburg wohnortnah anbieten zu können, denn früher mussten sie dafür weite Wege in Kauf nehmen, und das war für viele sehr belastend. 

Neben der Behandlung der Patienten engagiert sich Dr. Thomas Koch in der Aufklärung: „Eine Ansteckung mit Hepatitisviren kann man durch einige Vorsichtsmaßnahmen weitgehend verhindern“, weiß Dr. Koch. Gegen Hepatitis B kann man sich impfen lassen, gegen Hepatitis C jedoch nicht. Hier ist es wichtig die Übertragungswegen zu kennen und zu vermeiden, wie zum Beispiel die Benutzung verunreinigter Spritzen.

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