Dieses „Programm verbindet die Welt“

Im Marienhaus Klinikum Eifel schwört man auf das Medical-Trainee-Programm des Trägers – ein Besuch

Chefarzt Dr. Thomas Koch und Helmut Marmann (links im Bild), der im Marienhaus Klinikum Eifel für das Personalmanagement verantwortlich sind, sind begeistert vom Medical-Trainee-Programm. Dafür ist nicht zuletzt auch Ivona Rusek verantwortlich. FOTO: Heribert Frieling

17.10.2012

Bitburg. In Portugal, Schweden und Indonesien hatte sie sich bereits informiert, wie es dort um Arbeitsmöglichkeiten für junge Ärzte bestellt ist, hat dann bei einer Jobmesse im Oktober 2010 in Prag aber den Träger kennengelernt und sich für das Medical-Trainee-Programm der Marienhaus GmbH beworben. Mit Erfolg; denn seit August 2011 arbeitet Dr. Ivona Rusek nun im Marienhaus Klinikum Eifel in Bitburg und hat diesen Schritt, wie sie einem im Gespräch zu verstehen gibt, noch keinen Moment ernsthaft bereut. Auch ihr Kollege Yonel Joffre Lurquin-Rodriguez macht einen überaus zufriedenen Eindruck. Er stammt aus Peru, ist über Umwege ebenfalls im Bitburger Krankenhaus gelandet und gleichsam als Quereinsteiger in das Trainee-Programm gekommen. Das Programm habe ihm viele Türen geöffnet, ihm die Möglichkeit gegeben, eine neue Sprache und eine neue Kultur kennenzulernen, ganz zu schweigen von den neuen beruflichen Perspektiven. Und die Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung, durch das ganze Haus und insbesondere Helmut Marmann, der im Klinikum für das Personalmanagement verantwortlich ist, sei beispielhaft, sagen die beiden unisono.

Kaum noch qualifizierte Bewerbungen

Dass sich das Marienhaus Klinikum Eifel sofort gemeldet hat, als der Träger sein Medical-Trainee-Programm auflegte, war für Helmut Marmann die logische Konsequenz aus der Tatsache, dass das Klinikum in den letzten Jahren kaum noch qualifizierte Bewerbungen von jungen Ärzten bekommen hat. Meist haperte es bei den Kandidaten an fehlenden oder mangelhaften Sprachkenntnissen und einer deutschen Standards nicht genügenden medizinischen Ausbildung.

Individuelles Sprachtraining

Genau hier setzt das Medical-Trainee-Programm, das von den Stabsstellen Medizin und (Personal)-Marketing entwickelt wurde, an: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein individuelles Sprachtraining durch Lehrer der Berlitz-Sprachschule und werden so auf die B-2-Sprachprüfung vorbereitet. Diese müssen sie in der dafür vorgesehenen Zeit von sechs Monaten (so lange dauert ihr Ausbildungsvertrag) schaffen und gleichzeitig die Approbation (also ihre Berufserlaubnis in Deutschland) erlangen. Danach bekommen die Teilnehmer – bei der Erstauflage haben es alle sechs geschafft – einen Assistenz- oder Facharztvertrag.

Das Abenteuer gesucht

Ivona Rusek konnte im Gegensatz zu ihrem damaligen Freund und heutigen Ehemann, der mit ihr das Medical-Trainee-Programm absolviert hat und im Moment als Chirurg im Gerolsteiner Krankenhaus arbeitet, kein einziges Wort Deutsch, als sie nach Bitburg kam. Nach dem Studium ins Ausland zu gehen, das haben die beiden wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in tschechischen Krankenhäusern und der schlechten Bezahlung dort getan. Aber auch, wie Ivona Rusek mit entwaffnender Offenheit zugibt, weil sie „das Abenteuer suchten“. (Obwohl, Hand aufs Herz, einem beim Stichwort Abenteuer ja nicht unbedingt die Eifel einfällt).

Zielstrebig und mit unglaublicher Konsequenz

Dr. Thomas Koch, der Chefarzt der Medizinischen Klinik II (Gastroenterologie und Stoffwechselerkrankungen) des Bitburger Klinikums, macht keinen Hehl daraus, dass er anfangs nicht unbedingt ein glühender Anhänger des Medical-Trainee-Programms war. Aber er hat seine Meinung gründlich revidiert. Er hat – und da ist Ivona Rusek, die in seiner Abteilung arbeitet, für ihn vorbildlich – erfahren, „dass es junge Leute mit Biss gibt, die zielstrebig und mit unglaublicher Konsequenz ihren Weg gehen“, sagt er. Sie habe in kürzester Zeit Deutsch gelernt und schreibe heute schon wie selbstverständlich Arztbriefe, an denen es kaum was zu korrigieren gibt. „Und ich stelle da hohe Anforderungen“, betont Thomas Koch.

Jederzeit wieder

Auch fachlich hat sich Ivona Rusek enorm entwickelt, bescheinigt ihr Koch. Als Berufsanfängerin ohne praktische Erfahrungen (ein Praktisches Jahr wie in Deutschland kennt die Medizinerausbildung in Tschechien nicht) habe sie viel und schnell gelernt und sei wie kaum eine andere an Weiterbildungen interessiert. Ivona Rusek wird in den kommenden Monaten noch in den beiden anderen Medizinischen Kliniken (der Allgemeinen Inneren und Pulmologie sowie der Kardiologie) Station machen und dann in absehbarer Zeit sogar schon Vordergrunddienste machen dürfen, sagt Dr. Thomas Koch. – Sollte das Medical-Trainee-Programm neu aufgelegt werden, „wir machen jederzeit wieder mit“, so Koch.

Jede Menge zusätzliche Arbeit

Das sieht auch Helmut Marmann so. Dabei bereitet ihm das Medical-Trainee-Programm eigentlich jede Menge zusätzliche Arbeit. Denn wenn es um Behördengänge geht, wenn Termine bei der Bank anstehen, wenn es um Fragen von Renten- oder Sozialversicherung geht, dann war und ist Marmann mit dabei und hilft den jungen tschechischen Ärztinnen und Ärzten. Und das waren in Bitburg immerhin vier; plus Yonel Joffre Lurquin-Rodriguez. Aber Helmut Marmann investiert diese Zeit gerne, weil er vom Programm überzeugt ist.

Ein Traum ist wahr geworden

Natürlich haben Ivona Rusek und Yonel Joffre Lurquin-Rodriguez manchmal Heimweh – die eine nach ihrer Familie im 1.020 km entfernten Olmütz, der andere nach Eltern und Verwandten im viele tausend Kilometer entfernten Peru. Dennoch sind die beiden „sehr zufrieden“, wie Ivona Rusek sagt. Für Yonel Joffre Lurquin-Rodriguez ist es sogar mehr: „Für mich ist ein Traum wahr geworden“, sagt der 35-Jährige, der in Bolivien studiert und elf Jahre als Arzt gearbeitet hat, bevor er nach Deutschland kam, weil er Kardiologe werden wollte.

Hier in Bitburg haben die beiden Kollegen aus aller Herren Länder. Dieses „Programm verbindet die Welt“, sagt Lurquin-Rodriguez freudestrahlend.

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