Die Komplementärmedizin kann die Lebensqualität entscheidend verbessern

Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied: Die Psychoonkologin Anke Dillender bietet Frauen mit Brustkrebs komplementärmedizinische Beratung an

Prof. Dr. Richard Berger, der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied freut sich, dass die Psychoonkologin Anke Dillender den Frauen die komplementär-medizinische Beratung anbietet. FOTO: Andrea Schulze

16.10.2012

Neuwied. „Neben einer modernen schulmedizinischen Behandlung bieten wir Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, komplementärmedizinische Beratung an“, berichtet Prof. Dr. Richard Berger, der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied. Chemotherapie, Bestrahlung und antihormonelle Therapien seien gravierende Eingriffe in den Körper der Frau, die aber notwendig sind, um die Krebserkrankung zu bekämpfen. Häufig leiden die Patientinnen jedoch unter gravierenden Nebenwirkungen der Behandlung. „Wir nehmen diese Symptome ernst, denn sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Frauen massiv“, so Anke Dillender. Die Psychoonkologin ist seit einem Jahr am Brustzentrum des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied tätig, das zum Verbund der zertifizierten Brustzentren der Region Mittelrhein gehört. Sie hat ein Konzept für die komplementärmedizinische Beratung von Patientinnen mit Brustkrebs erarbeitet.

Anke Dillender und Prof. Berger treffen immer wieder Patientinnen, die eine Behandlung abbrechen wollen oder ihre Medikamente nicht einnehmen, weil sei die Nebenwirkungen nicht ertragen. „Das sollte jedoch auf keinen Fall passieren, denn die Therapie ist ihre Chance, gesund zu werden“, weiß Anke Dillender. Es gibt jedoch mit Hilfe der Komplementärmedizin Möglichkeiten, diese Nebenwirkungen zu behandeln und die schulmedizinische Therapie wirkungsvoll zu ergänzen. „Die Methoden können Krebs nicht heilen, aber die Chance auf ein langes Überleben und vor allem die Lebensqualität deutlich verbessern“, betont auch Prof. Berger.

Und so bietet Anke Dillender jeder Frau, die im Brustzentrum des Marienhaus Klinikums behandelt wird, ihre Unterstützung an. Die reicht von allgemeiner Beratung zu Ernährung, Sport und Bewegung bei einer Krebserkrankung bis zur Hilfe bei der Linderung von Nebenwirkungen der Behandlung. „Ich schaue täglich bei jeder Patientin vorbei“, berichtet sie. Direkt bei der ersten Begegnung schenkt sie den Frauen ein Herzkissen, das von Ehrenamtlichen genäht wird, und ihnen nach der Operation sehr helfen kann. Unter die Achsel gelegt, mildert das Kissen den Druck des Armes auf die Operationswunde und lindert so die Schmerzen. Die Patientinnen wissen, dass Anke Dillender für sie da ist und sie mit ihr über alles sprechen können. Dass das auch für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt gilt, ist für viele Frauen sehr wichtig. Denn manche Probleme oder auch die Symptome der Chemo- oder antihormonellen Therapie treten erst dann auf, wenn sie wieder zu Hause sind. Sie weiß zum Beispiel, was eine Frau bei Gelenkschmerzen, Übelkeit oder Hitzewallungen tun kann und welche Hautpflege bei Bestrahlungen die Haut gut schützt. „All das habe ich selbst erlebt. Und alles, was ich den Frauen empfehle, habe ich auch am eigenen Körper ausprobiert“, sagt Dillender. Sie weiß genau, wovon sie spricht, denn sie ist selbst eine Betroffene. Vor mehr als fünf Jahren entdeckten die Ärzte bei ihr den Brustkrebs. Damals war sie 33 Jahre alt und hatte ihr drittes Kind gerade abgestillt. Der Krebs war schon weit fortgeschritten. „Ich wurde operiert, bekam hoch dosiert Chemotherapie und 33 Bestrahlungen“, daran erinnert sie sich noch genauso wie an die schweren Nebenwirkungen, die ihr Befinden massiv beeinträchtigten. Ihr selbst hatte die Komplementärmedizin sehr geholfen.

Als Psychoonkologin unterstützt sie heute die Frauen auch bei seelischen Problemen. „Ich helfe ihnen zum Beispiel in Gesprächen, die Erkrankung zu verarbeiten“, erläutert sie. Wenn sich die Betroffenen aktiv mit ihrer Krankheit auseinandersetzen, wirke sich das direkt positiv auf die Nebenwirkungen der Therapie, den Krankheitsverlauf, das Schmerzempfinden und die Überlebensdauer aus. Darüber hinaus unterstützt sie die Frauen, im Alltag gut auf sich zu achten, eigene Stärken zu entdecken und belastenden Stress zu vermeiden.

Mit ihrer eigenen Krankengeschichte geht Anke Dillender offen um. Auch deshalb fassen die meisten Patientinnen schnell Vertrauen zu ihr. Mit dieser Offenheit und ihrer ansteckenden Fröhlichkeit macht sie den Frauen Mut und zeigt ihnen, dass es auch ein gutes Leben mit und nach Krebs geben kann. Prof. Berger freut sich sehr, „dass Anke Dillender die Komplementärmedizin zu ihrem Anliegen gemacht hat“. Es geht den Frauen einfach besser, wenn sie diese Hilfe in Anspruch nehmen.

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