Schonende Leber-OP mit dem Wasserstrahl

Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen: Dr. Hagel verwendet bei Leberoperationen den Wasserstrahldissektor

Bevor Dr. Christopher Hagel, der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, (links) und Oberarzt Dr. Andreas Soranna (Mitte) die rechte Leberhälfte des Patienten mit dem Wasserstrahldissektor entfernt, öffnen sie die Bauchdecke und legen die Leber frei. Die Instrumente reicht ihnen die OP-Schwester Irma Kasper (rechts) an. FOTO: Andrea Schulze

15.10.2012

Saarlouis. „Bei Operationen an der Leber schneidet ein Wasserstrahl wesentlich schonender als ein Skalpell“, so Dr. Christiopher Hagel. Lebergewebe ist nämlich stark durchblutet und wird von zahlreichen Gallengängen durchzogen. Deshalb verwendet der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marienhaus Klinikums in Saarlouis bei der Entfernung von Lebergewebe einen Wasserstrahl. Mit einem Durchmesser von einem zehntel Millimeter und hohem Druck von etwa 30 bar trennt der Strahl das Gewebe. Das Besondere dabei: Die Gefäße werden geschont und bleiben unversehrt. „Sie werden frei gespült und können dann versorgt werden“, erklärt Hagel. Dadurch verliert der Patient während der Operation nur wenig Blut.

Seit etwa einem Jahr steht den Chirurgen in Saarlouis der sogenannte Wasserstrahldissektor zur Verfügung. Dr. Hagel hat mit diesem Gerät sehr gute Erfahrungen gemacht. Deshalb wendet er heute diese Methode auch bei der Operation eines 60-jährigen Patienten an, dem er die rechte Leberhälfte entfernen muss. Bei dieser OP darf ich ausnahmsweise dabei sein. Schon vor sechs Wochen war der Patient zur Operation im Haus, weil er einen großen Tumor im Dickdarm hatte. Die damals diagnostizierte Lebermetastase sollte mit einer zweiten Operation entfernt werden.

Bevor Dr. Hagel bei diesem Eingriff jedoch den Wasserstrahl einsetzt, muss er die Bauchdecke öffnen und die Leber sorgfältig freilegen. Dafür verwendet er die üblichen Instrumente. Er durchtrennt das Hauptgefäß, das die rechte Leberhälfte mit Blut versorgt. Erst dann kann er genau die Grenze zwischen der rechten und der linken Leberhälfte erkennen, denn die nicht mehr durchblutete Hälfte färbt sich dunkel. An dieser Linie setzt Dr. Hagel den Wasserstrahldissektor an. „Die Arbeit mit dem Instrument braucht Zeit“, erläutert er. Fast eine Stunde lang zerteilt er zusammen mit Oberarzt Dr. Andreas Soranna Millimeter für Millimeter das Gewebe. Jedes einzelne Gefäße, das er freilegt, wird, wenn es sehr klein ist, elektrisch verödet oder, wenn es etwas größer ist, abgeklemmt, mit einem Clip verschlossen und dann mit einer Schere durchgeschnitten. Große Gefäße vernähen die Ärzte. „Es ist sehr wichtig, dass alle Gefäße verschlossen werden, damit es nach der Operation nicht zu inneren Blutungen kommt oder Gallenflüssigkeit aus der Leber in den Bauchraum läuft“, so Hagel.

Mehr als drei Stunden benötigen die Ärzte für Entfernung der rechten Leberhälfte. Der Patient hat den Eingriff gut überstanden, er brauchte keine Bluttransfusion und konnte nach 14 Tagen beschwerdefrei nach Hause gehen. Und er hat Chancen wieder ganz gesund zu werden. „Denn wir haben den Tumor im Lebergewebe komplett entfernt. Und seine verbliebene linke Leberhälfte ist unversehrt und in der Lage den Körper gut zu versorgen“, freut sich Dr. Hagel.

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