Die Versorgung Schwerstverletzter ist Teamarbeit

Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied wurde zum Regionalen Traumazentrum ernannt

Freuen sich über die Anerkennung des Marienhaus Klinikum St. Elisabeth als Regionales Traumazentrum: Dr. Andreas Berg, der Oberarzt der Anästhesie, Dr. Michael Fresenius, der Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dr. Georg Weimer, der Chefarzt der Unfallchirurgie, Dr. Walter Richter, der Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie und Privatdozent Dr. Götz Lutterbey, der Chefarzt des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. FOTO: privat

09.10.2012

Neuwied. Die Versorgung Schwerstverletzter ist schon lange ein Schwerpunkt des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied. „Allein im vergangenen Jahr haben wir 250 Patienten nach einem Unfall im Schockraum behandelt“, berichtet Dr. Georg Weimer, der Chefarzt der Unfallchirurgie. Etwa ein Drittel von ihnen hatte sogar gleich mehrere lebensbedrohliche Verletzungen erlitten. Dafür steht im Marienhaus Klinikum rund um die Uhr ein hochqualifiziertes Team aus Unfallchirurgen und Anästhesisten bereit. Falls erforderlich können jederzeit Experten anderer Disziplinen hinzugezogen werden. Dass das Haus sämtliche personellen, räumlichen und apparativen Voraussetzungen für die Behandlung Schwerstverletzter erfüllt, das hat jetzt auch das Zertifizierungsunternehmen DioCert bestätigt und das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Anfang Juli zum Regionalen Traumazentrum ernannt.

„Traumaversorgung ist Teamarbeit“, betont Weimer. „Jeder Arzt und jede Pflegekraft muss sofort wissen, was zu tun ist, wenn ein Schwerstverletzter eingeliefert wird.“ Deshalb sind die Abläufe genau festgelegt. Schon die Übergabe des Patienten durch den Notarzt im Schockraum ist klar geregelt: In diesem Moment muss jeder zuhören, „denn es ist wichtig, dass alle informiert sind und keiner nachfragen muss“, so Weimer. Anschließend erfolgt die Diagnostik und Behandlung nach einem festgelegten Schema: Die Anästhesisten sorgen sich darum, dass die Luftwege frei sind. Sie sind für die Beatmung, die Lungenfunktion und die Kreislaufstabilisierung verantwortlich. Gleichzeitig beurteilen die Unfallchirurgen die einzelnen Verletzungsmuster an Brust, Bauch und den Extremitäten und entscheiden darüber, welche Verletzung zuerst behandelt werden muss.

Koordiniert wird die Versorgung des Schwerstverletzten vom Arzt mit der meisten Erfahrung. Als sogenannter Teamleader behält er von Anfang an den Patienten im Auge und hat die Zeit im Blick. „Für jeden einzelnen Versorgungsschritt ist eine bestimmte Zeitspanne vorgegeben, die eingehalten werden muss“, erläutert Dr. Weimer. Gerade der strukturierte Ablauf der Versorgung in der ersten Stunde nach dem Unfall ist mitentscheidend für den Verlauf des Gesundungsprozesses eines Schwerstverletzten. Darüber hinaus muss der Teamleader in der Lage sein, minimale Veränderungen beim Patienten wahrzunehmen und richtig zu interpretieren. Eine Verschlechterung des Zustands kündigt sich in der Regel in kleinen Schritten an. „Dann müssen wir sofort handeln“, weiß Weimer. Denn verschlechtern sich mehrere einzelne Parameter, dann kann das innerhalb kurzer Zeit zu einem dramatischen Organ- oder Herz-Kreislauf-Versagen führen.

Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth ist auch auf die Behandlung von Schädel-Hirn-Verletzungen eingerichtet. Das Haus verfügt mit Chefarzt Dr. Walter Richter über einen ausgewiesenen Fachmann auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie, der die operative Versorgung dieser Patienten sicherstellt. „Darüber hinaus ist unsere Intensivstation so ausgestattet, dass wir die Patienten intensivmedizinisch optimal versorgen können“, betont Weimer.

Alle Mitarbeiter, die mit der Versorgung Schwerstverletzter zu tun haben, nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil. „Wir orientieren uns dabei an dem Ausbildungskonzept ATLS“, berichtet Dr. Weimer. Nach diesem Konzept, das in den 1970er Jahren in den USA entwickelt wurde, wird heute weltweit ausgebildet. Es legt die diagnostischen und therapeutischen Handlungsabläufe in der Erstversorgung von schwerstverletzten Patienten im Schockraum fest. Zusätzlich treffen sich die Ärzte in einem sogenannten Traumazirkel, in dem Fälle besprochen werden und Ablaufstrukturen immer wieder kritisch hinterfragt werden. „Die Versorgung der Patienten darf nicht zur Routine werden“, ist Weimer überzeugt. Denn dann können sich Fehler einschleichen und das darf nicht passieren – schließlich geht es um Menschenleben.

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