Für eine zeitgemäße Ausbildung in den Gesundheitsberufen

Die Philosophisch-Theologische Hochschule in Vallendar hatte beim Pat-ronatsfest mit Prof. Dr. Annette Schavan die Bundesministerin für Bildung und Forschung zu Gast

Bei der Begrüßung fotografiert: Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annet-te Schavan (2. von rechts) zusammen mit Schwester M. Basina Kloos, der Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Pater Hans-Peter Becker, dem Provinzial der Pallottiner, und Weihbischof Jörg Peters (rechts im Bild).

22.12.2011

Vallendar. Dieser Termin war für sie so etwas wie ein Heimspiel. Spätestens nachdem sie die Orden für ihre Pionierarbeit in Bildung und Wissenschaft gelobt hatte, da hatte Prof. Dr. Annette Schavan die Zuhörer auf ihrer Seite. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung war Anfang Dezember beim Patronatsfest der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTHV) in Vallendar zu Gast. Und stellte in ihrem Vortrag eindrucksvoll unter Beweis, dass sie eine Bildungspolitikerin mit Leib und Seele ist. So hatte sie Rektor Pater Prof. Dr. Paul Rheinbay in seiner Begrüßungsansprache vorgestellt. Die nutzte er, um der Ministerin Einblicke in das Leben der Hochschule zu vermitteln und sie selbstbewusst in „unserer Talentschmiede“ willkommen zu heißen.

In ihrem Vortrag nahm Schavan die Auswirkungen der demografischen Entwicklung in den Blick. Die Gesellschaft des längeren Lebens sei dadurch gekennzeichnet, dass die Menschen älter werden, ihre Zahl spürbar abnimmt und sie ihre Wurzeln in aller Herren Länder haben. So werde Integration zur Schlüsselfrage, zum Herzstück der Innenpolitik; und zwar Integration in allen Bereichen, wie Schavan betont. So gelte es beispielsweise, das Zusammenspiel der Generationen neu zu gestalten oder auch Institutionen wie Schulen und Hochschulen so zu verändern, dass sie den Anforderungen der Zukunft gerecht werden.

In diesem Prozess, so die Bundesbildungsministerin, „braucht es gesellschaftliche Kräfte, die mit ihren Impulsen zur Integration beitragen.“ Wenn es darum gehe, den Zusammenhalt der Gesellschaft neu zu organisieren, seien weniger die Technokraten als vielmehr die Christen gefordert, unterstrich Schavan die in ihren Augen wachsende Bedeutung von Theologie und Religion für das Gelingen einer Gesellschaft des längeren Lebens.

Die Aussage der Ministerin, insbesondere die Ausbildung der Mediziner müsse sich verändern, griff Schwester M. Basina Kloos in ihrer Ansprache gleichsam als Steilvorlage auf. Die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen zeigte sich erfreut, dass Ministerin Schavan an zukunftsweisenden Perspektiven für Berufe im Gesundheitswesen interessiert sei und diese auch unterstützen wolle. Und Schwester M. Basina ließ keinen Zweifel daran, dass die Gesellschafter der PTHV alles dafür tun werden, „die bereits bestehende Fakultät Philosophie und Theologie und die Pflegewissenschaft durch weitere Fakultäten zu erweitern und zu ergänzen.“ – Leitmotiv für den weiteren Ausbau der Hochschule sei dabei die „integrative und einzigartige Zusammenführung von Berufen im Gesundheitswesen wie Medizin, Pflege, Gesundheitswissenschaften, interdisziplinäre gesundheits- und versorgungsorientierte Forschung und christliche Ethik“, so Schwester M. Basina weiter.

Für die Gesundheitsberufe sei eine zeitgemäße Ausbildung mit neuen innovativen Lehr- und Lernkonzepten vonnöten. Die täglichen Erfahrungen und Beobachtungen in den Kliniken und Heimen des Trägers lehrten, dass in verschiedenen Bereichen neue Berufsbilder erforderlich seien und es durchaus hilfreich sein könnte, die Aufgabenverteilung im Gesundheitssystem zu überdenken.

Auch in der Arztausbildung sieht Schwester M. Basina den Träger in der Pflicht. Denn „uns ist an einem Typus von Arzt gelegen, der trotz oder vielmehr aufgrund der zunehmenden Tendenzen der Spezialisierung in der Medizin bereit und fähig ist zu interdisziplinärer, Professions- und Versorgungssektoren übergreifender Zusammenarbeit“. Und in der Ausbildung der Mediziner müsse auch Raum sein für die Vermittlung ethischer Überzeugungen und Wertvorstellungen, damit die Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens nicht „zum ethischen Niemandsland verkommen“.

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