Die Kapuziner "haben mich auf das Gleis gesetzt"

Neue Oberin des Krankenhauses Hetzelstift in Neustadt an der Weinstraße ist Maria Heine – ein Annäherungsversuch

Maria Heine ist seit Mitte September die erste weltliche Oberin des Krankenhauses Hetzelstift. Foto: Heribert Frieling

19.10.2011

Neustadt/Weinstraße. Sie sei sehr offen und herzlich begrüßt und willkommen geheißen worden, freut sich Maria Heine. Damit hätten ihr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Start im Krankenhaus Hetzelstift echt leicht gemacht. Mitte September hat Maria Heine eine Aufgabe übernommen, vor der sie „eine Menge Respekt“ hat. Sie ist die neue Oberin des Krankenhauses und damit Nachfolgerin von Schwester M. Therese Nolte, die das Haus im Mai letzten Jahres verlassen hatte. Und sie ist die erste weltliche Mitarbeiterin, die von den Gesellschaftern im Neustädter Krankenhaus mit dieser Aufgabe betraut worden ist. Aber dieser Herausforderung stellt sie sich gerne, bietet diese Rolle doch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Offen sein und auf die Menschen zugehen, das vor allem möchte Maria Heine an ihrer neuen Arbeitsstätte.

Gebürtig stammt die Mitt-Vierzigerin aus dem Sauerland. In der Nähe von Brilon ist sie aufgewachsen und „ganz klassisch katholisch groß geworden und sozialisiert“, wie sie erzählt. Sie hat eine von Ordensschwestern geführte Mädchenschule besucht und nach dem Realschulabschluss eine Schule für Hauswirtschaft und Ernährung absolviert. Anschließend hat sie, ebenfalls in Brilon, die Krankenpflegeausbildung gemacht.

Weichen neu gestellt

1994 zog Maria Heine nach Münster, arbeitete als Krankenschwester auf der Intensivstation des Clemenshospitals und machte auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur. „Da ich immer schon ein Faible für Geschichte hatte“, hat sie angefangen, Geschichte und Kunstgeschichte zu studieren – und außerdem noch Philosophie und angewandte Kulturwissenschaften.  Und das, obwohl sie nach wie vor halbtags in der Klinik gearbeitet hat, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dass sie dann auf Theologie umgeschwenkt ist, das hat sie den Kapuzinern zu verdanken, die im Clemenshospital in der Seelsorge tätig waren. „Die haben mich auf das Gleis gesetzt“, erinnert sie sich gerne an diese Zeit zurück, in der sie die Weichen für ihre Zukunft neu stellte.

Krankenhausseelsorge

An der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Franziskaner und Kapuziner in Münster hat sie (auch das die ganze Zeit berufsbegleitend) studiert und 2004 ihr Diplom in Theologie erworben. Seit Herbst 2005 war sie dann in der Krankenhausseelsorge tätig. Der Zusatz Lic. Theol. auf ihrem Namensschild weist übrigens darauf hin, dass sie zwischenzeitlich mit dem Lizenziat auch die akademischen Voraussetzungen erreicht hat, an einer kirchlichen Hochschule zu lehren; und zwar antike Spiritualität.

Initiativbewerbung

Da sie gerne „was anderes machen und eine andere theologische Welt kennenlernen wollte“, hat sie sich in der katholischen Trägerlandschaft umgeschaut und im März 2011 eine Initiativbewerbung an die Waldbreitbacher Franziskanerinnen geschrieben. Die Briefmarke, mit der sie das Kuvert frankiert hat, hat sie sich sogar noch von einer Freundin geborgt.

Und dann ging alles ganz schnell. Die Einladung zum Gespräch in Waldbreitbach kam prompt und ebenso unverhofft das Angebot von Generaloberin Schwester M. Basina Kloos, als Oberin nach Neustadt zu gehen. Und obwohl „ich gar nicht wusste, wie mir geschah“, hat sie sich dann mehr oder minder spontan entschieden, ins kalte Wasser zu springen (als passionierte Seglerin ist das ja ihr Element) und die Herausforderung in Neustadt anzunehmen. Allerdings unter einer Voraussetzung: dass sie vorab ein Praktikum machen könnte, um in dieser Zeit einen Eindruck davon zu gewinnen, welche Aufgaben auf sie zukommen.

Eigene Schwerpunkte

Dieses Praktikum hat sie im Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied – Waldbreitbach absolviert und drei Wochen Therese Schneider bei ihrer täglichen Arbeit begleitet. Auch ihre (zukünftigen) Kolleginnen in den anderen Krankenhäusern der Trägerschaft hat sie besucht und dabei festgestellt, dass jede eigene Schwerpunkte in ihrer Arbeit setzt. Das ist zum einen der Persönlichkeit der jeweiligen Stelleninhaberin geschuldet, resultiert zum anderen aber auch aus den Besonderheiten der jeweiligen Einrichtung. Auf alle Fälle aber, das hat Maria Heine gelernt, ist diese Aufgabe komplex und vielschichtig und bietet (siehe oben) vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Große Erwartungen

Vielfältig dürften auch die Erwartungen der 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hetzelstift an ihre neue Oberin sein. Peter Nikolaus, der als Seelsorger im Hause arbeitet und zu unserem Gespräch dazu stößt, hofft beispielsweise, dass Maria Heine im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Medizin und Pflege identitätsstiftend wirken wird und „unseren Werten und unserem christlichen Menschenbild“ ein Gesicht geben wird. –Fürwahr, Maria Heine steht vor einer großen Herausforderung. Aber sie hat das Zeug dazu sie meistern, da sind wir zuversichtlich.

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