„Die Patienten spüren, was wichtig für sie ist“

Dr. Rudolf Eckert ist seit Anfang Juli neuer Chefarzt der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation am Marienkrankenhaus St. Wendel

Neuer Chefarzt der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation am Marien-krankenhaus St. Wendel ist seit Anfang Juli Dr. Rudolf Eckert. FOTO: Heribert Frieling

25.07.2011

St. Wendel. Er ist, wie er selbst sagt, „ein saarländisches Urgestein“. In Lebach geboren und aufgewachsen, lebt Dr. Rudolf Eckert mit seiner Familie seit langem schon in St. Wendel. Gearbeitet hat er in den letzten Jahren allerdings in St. Ingbert. Am dortigen Kreiskrankenhaus hat er seit 1998 die Geriatrische Rehabilitationsklinik als Chefarzt aufgebaut und geleitet. Nachdem die Klinik, sein Kind also, erwachsen und flügge geworden ist, „war es an der Zeit, sich noch einmal beruflich zu verändern“, sagt der 54-Jährige. So hat Dr. Rudolf Eckert Anfang Juli als Chefarzt die Leitung der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation am Marienkrankenhaus in St. Wendel übernommen. Er ist damit Nachfolger von Dr. Peter Koch-Gwinner, der die Klinik (die Parallele zu Eckert ist mit Händen zu greifen) seit ihrer Eröffnung Mitte 1995 geleitet und ihren guten Ruf maßgeblich mit geprägt hat. Koch-Gwinner hat St. Wendel Mitte des Jahres verlassen, um sich in Erfurt neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.

Nach dem Medizinstudium in Mainz startete Rudolf Eckert seine berufliche Laufbahn in der Bosenbergklinik in St. Wendel, einer Rehaklinik. Im Knappschaftskrankenhaus in Sulzbach lernte er die Innere Medizin, kehrte nach sechs Jahren als Oberarzt an die Bosenbergklinik zurück und war hier bis zu seinem Wechsel nach St. Ingbert tätig.

Rudolf Eckert ist ein Verfechter der ganzheitlichen Medizin. Der Mensch, gerade auch der ältere, sei ein viel zu komplexes Wesen, als dass er sich auf eine Krankheit oder ein Organ reduzieren lasse, sagt er. Deshalb müssten die Fachabteilungen zum Wohle der Patienten auch möglichst eng zusammenarbeiten. Daher sei es gut, dass hier in St. Wendel alles unter einem Dach angeboten werde – Akut- wie Rehamedizin.

Ziel der Geriatrischen Rehabilitation ist es, dem Patienten wieder zur Eigenständigkeit in seinem persönlichen Umfeld zu verhelfen und ihm so die Teilnahme am sozialen Leben wieder zu ermöglichen. Es geht also um Lebensqualität. Gleichwohl werden die Therapieziele individuell festgelegt; denn „die Patienten spüren, was wichtig für sie ist“, weiß Eckert aus seiner langjährigen Erfahrung. Deshalb versucht man gemeinsam herauszufinden und festzulegen, was für den einzelnen Patienten realistisch und sinnvoll ist. Im Verlauf des in der Regel drei- bis fünfwöchigen Aufenthaltes in der Geriatrischen Rehabilitation „justieren wir gemeinsam die Therapieziele auch, wenn nötig, neu“, so Eckert.

Hier kommt dem Therapeutischen Team der Klinik eine entscheidende Rolle zu. Im Team arbeiten unterschiedlichste Berufsgruppen – Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeiter, aber auch die Seelsorger – zum Wohle des Patienten eng zusammen und versuchen, seinen körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Pflegepersonal spielt hierbei eine ganz entscheidende Rolle, so Eckert, denn Schwestern und Pfleger haben den häufigsten und intensivsten Kontakt zu den Patienten und festigen so im Stationsalltag die Fortschritte, die diese machen. – Das ist Teamarbeit, wie Rudolf Eckert sie sich vorstellt: „Wir ziehen nicht nur alle an einem Strang, sondern auch in die gleiche Richtung“.

Was bringt er an Schwerpunkten mit nach St. Wendel? Da sind die Schmerztherapie und die Osteologie (also die Erkrankungen der Knochen). Ganz besonders liegt Rudolf Eckert aber die (ein schrecklich sperriger Begriff) Arzneimitteltherapiesicherheit am Herzen. Ein gerade für ältere Patienten extrem wichtiges Thema, denn sie nehmen häufig eine Vielzahl von Medikamenten ein und reagieren oft empfindlicher auf diese als jüngere Menschen. Die Verantwortung des behandelnden Arztes ist angesichts der oft verminderten Organfunktionen der Patienten und der vielen möglichen Neben- und Wechselwirkungen der Medikamente hier besonders groß. Dazu ein Beispiel: Gibt man einem Patienten, der über Übelkeit klagt, dagegen ein Medikament oder versucht man herauszufinden, ob seine Beschwerden vielleicht durch ein anderes Präparat verursacht werden. – Diese und andere medizinische und rehabilitative Aufgaben sind für Rudolf Eckert von zentraler Bedeutung.

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