Diabetiker sollen mehr Lebensqualität haben

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler und das St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf haben gemeinsam das Diabeteszentrum Rhein-Ahr-Sieg gegründet

Das Team des Diabeteszentrums Rhein-Ahr-Sieg. Geleitet wird es von Dr. Markus Menzen (5. von links). FOTO: Anne Orthen

08.04.2011

Bad Neuenahr-Ahrweiler / Bonn / Eitorf.Diabetes mellitus entwickelt sich weltweit zu einer Volkskrankheit. Allein in Deutschland leiden rund zehn Millionen Menschen an der so harmlos klingenden Zuckerkrankheit. Darauf haben nun das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler und das St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf reagiert und zum 1. April gemeinsam das Diabeteszentrum Rhein-Ahr-Sieg gegründet. Ärztlicher Leiter des Diabeteszentrums ist Dr. Markus Menzen. Der 37-Jährige ist ein erfahrener und namhafter Diabetologe und Endokrinologe und war zuletzt als Oberarzt am Evangelischen Waldkrankenhaus in Bonn-Bad Godesberg tätig. Im Diabeteszentrum Rhein-Ahr-Sieg, so unterstrich Geschäftsführer Prof. Dr. Christof Schenkel-Häger bei der Vorstellung des Projektes vor der Presse Ende März, "bündeln wir die Kompetenzen unserer drei Kliniken bei der Behandlung von Diabetes-Patienten". Damit deckt man ein größtmögliches Spektrum ab, das "ein einzelnes Haus so alleine nicht anbieten könnte", ergänzte Markus Menzen und brachte es mit der Formel "drei Standorte – drei Schwerpunkte – ein Zentrum" auf den Punkt.

Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die zu Veränderungen in allen Strukturen des Körpers führt. So können beispielsweise das Herz und die Gefäße, die Füße, aber auch die Seele Schaden nehmen. Deshalb "ist es für uns die zentrale Herausforderung, bei jedem Patienten eine möglichst gute Stoffwechselführung zu erreichen", so Markus Menzen. Ziel ist es also, den Blutzucker des Patienten bestmöglich einzustellen, um so kurzfristig Risiken wie etwa Unterzuckerungen zu vermeiden und langfristig Folgeschäden wie Gefäßerkrankungen oder dem diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen. Dazu wird für und mit jedem einzelnen Patienten eine individuelle Therapie erarbeitet und der Patient intensiv geschult, damit er im Alltag mit seiner Erkrankung besser zurechtkommt. Und das "bedeutet mehr Lebensqualität", ist Menzen überzeugt.

Das Gemeinschaftskrankenhaus ist bereits seit Jahren als einziges Krankenhaus in Bonn als Behandlungs- und Schulungszentrum für Typ-1 und Typ-2 Diabetiker von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt. Neben der Beratung und Schulung zählt die Behandlung von Folgeerkrankungen, insbesondere des diabetischen Fußsyndroms, zu den Schwerpunkten. Dabei arbeitet man eng mit den Abteilungen für Gefäßchirurgie, Kardiologie und Interventionelle Radiologie zusammen.

Ähnlich sieht es in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus: Das Krankenhaus Maria Hilf besitzt seit Jahren die Anerkennung der DDG als Behandlungs- und Schulungszentrum für Typ-2 Diabetiker. Zu den Schwerpunkten, die weiter ausgebaut werden sollen, zählt die Behandlung von Folgeerkrankungen, insbesondere des diabetischen Fußsyndroms. Dabei arbeitet man eng mit den Spezialisten aus dem Herz- und Gefäßzentrum Rhein-Ahr - dieses haben das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler vor rund anderthalb Jahren gemeinsam gegründet - zusammen. Bonn wie Bad Neuenahr sind darüber hinaus eng mit den ambulant tätigen Schwerpunkt-Diabetologen und Hausärzten verzahnt.

Das St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf führt bisher vor allem stationäre Schulungen für Diabetiker durch und behandelt Patienten mit akuten oder chronischen Stoffwechselentgleisungen.

Personell ist das Team des Diabeteszentrum Rhein-Ahr-Sieg sehr breit aufgestellt. So stehen Dr. Markus Menzen in Bonn - hier führen Prof. Dr. Franz-Ludwig Dumoulin (er ist ein ausgewiesener Experte in der Gastroenterologie und Palliativmedizin) und Menzen die Innere Medizin im Kollegialsystem – zwei erfahrene Diabetologen zur Seite. In Bad Neuenahr(hier arbeitet Menzen eng mit Privatdozent Dr. Jörg Heller, dem Chefarzt der Inneren Medizin, zusammen) kann Menzen sich auf das Diabetes-Team mit Dr. Paul-Werner Frisch und Andrea Sesterhenn stützen. Und in Eitorf, wo Dr. Peter Dreßen, der Chefarzt der Inneren Medizin, selbst Diabetologe DDG ist, wird im Sommer ein weiterer erfahrener Diabetologe an Bord kommen.

Ein Pfund, mit dem das Diabeteszentrum Rhein-Ahr-Sieg wird wuchern können, ist die psychologische Betreuung der Patienten; denn eine Therapie kann nur dann erfolgreich sein, wenn der an Diabetes erkrankte Mensch seine Krankheit akzeptiert und bereit ist, sie in sein Leben zu integrieren. Und dabei ist psychologische Hilfe vielfach unverzichtbar und von unschätzbarem Wert. - Da trifft es sich gut, dass Dr. Claus Fürderer Diabetologe und zugleich (was äußerst selten ist) auch Fachpsychologe DDG ist. Er wird vor allem in Bonn, aber auch in Eitorf tätig sein. In Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es dafür die Psychosomatik, die das Krankenhaus Maria Hilf und die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik vor einigen Jahren gemeinsam eingerichtet haben. Und am Eitorfer Krankenhaus schließlich gibt es eine Psychiatrie, die die Rheinischen Kliniken Bonn dort 2007 zur wohnortnahen Versorgung psychisch kranker Menschen eingerichtet haben.

Drei weitere Diabetologen komplettieren das ärztliche Team des Zentrums. Hinzu kommen Diabetesberaterinnen und -assistentinnen, Psychologen, Ernährungsberaterinnen, Physiotherapeuten, Wundtherapeuten, Podologen sowie in der Betreuung von Diabetikern erfahrene Schwestern und Pfleger.

Übrigens: Ganz gleich, an welchem der drei Standorte ein Patient mit seinen Problemen vorstellig wird: „Ihm steht die gesamte Kompetenz unseres Diabeteszentrums Rhein-Ahr-Sieg zur Verfügung“, so Markus Menzen.

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