Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser müssen deutlich verbessert werden

Die Marienhaus Unternehmensgruppe formuliert ihre gesundheitspolitischen Forderungen – Positionspapier richtet sich an die Verantwortlichen in einer möglichen Großen Koalition

28.02.2018

Waldbreitbach. Wenn in diesen Tagen die Spitzen von CDU, CSU und SPD über die Fortsetzung der Großen Koalition im Bund verhandeln, dann müssen in einem möglichen Koalitionsvertrag „auch die großen pflege- und gesundheitspolitischen Herausforderungen angemessen berücksichtigt werden“, fordert die Marienhaus Unternehmensgruppe. Als Flächenversorger appelliert man an die Verhandlungspartner, die Sorgen und Nöte der kleineren Krankenhäuser nicht aus dem Blick zu verlieren. Deshalb hat das Waldbreitbacher Unternehmen in einem achtseitigen Positionspapier die Punkte zusammengestellt, die seiner Meinung nach in der kommenden Legislaturperiode neu geregelt werden müssen. Adressaten dieses Appells sind u.a. die Fraktionsvorsitzenden der potentiellen Koalitionspartner, der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister, die Ministerpräsidentinnen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie die Gesundheitsministerinnen der beiden Bundesländer.

Kernaussage des Forderungskataloges: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser müssen deutlich verbessert werden. Um beispielsweise die Pflege wirksam entlasten zu können, müssten nach Berechnungen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung allein in den Krankenhäusern der Marienhaus Unternehmensgruppe rund 630 zusätzliche Vollzeit-Pflegestellen (derzeit beschäftigt das Unternehmen 4.200 Menschen in der Pflege) geschaffen werden.

Die Marienhaus Unternehmensgruppe begrüßt, dass in den Sondierungsgesprächen bereits konkrete Ansatzpunkte für eine wirksame Entlastung der Pflege herausgearbeitet wurden. Die vorgesehenen verbindlichen Personalvorgaben müssten allerdings ein Stück weit flexibel gehandhabt werden können, weil sie gerade von kleinen Häusern sonst oftmals nicht erfüllt werden können. Das betont Marienhaus, obwohl das Unternehmen weit über 1.000 junge Menschen in den Gesundheitsfachberufen ausbildet.

Gemeinsam müsse das drängende Problem des Fachkräftemangels angegangen werden. Deshalb müsse man wirksame Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe einleiten. „Dies schließt auch die notwendige gesellschaftliche Wertschätzung der Pflege mit ein“, heißt es wörtlich.

Dringenden Handlungsbedarf sieht die Marienhaus Unternehmensgruppe auch im baulichen Bereich der Krankenhäuser. Um den immensen Investitionsstau schrittweise abzubauen, fordert Waldbreitbach, ein Infrastruktur-Sonderprogramm auf Bundesebene aufzulegen. Der 2017 eingeführte Strukturfonds müsse verstetigt werden, um notwendige strukturelle Veränderungen im Krankenhausbereich finanziell zu flankieren.

Um insbesondere in ländlichen Regionen eine wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, soll – so schlägt es die Marienhaus Unternehmensgruppe vor – eine sektorenübergreifende Bedarfsplanung gesetzlich verankert werden. Kurzfristig hält man eine gezielte Nachwuchsförderung und finanzielle Anreize für die ambulante Versorgung in unterversorgten Regionen für unerlässlich. Mittelfristig dagegen sollte die fachärztliche Versorgung an Zentren erfolgen, so wie es heute schon in den Beneluxstaaten geschieht.

Auch die Notfallversorgung müsse gerade in ländlichen Regionen sektorenübergreifend neu strukturiert werden, denn nur so könne eine flächendeckende Versorgung auch zukünftig sichergestellt werden, heißt es in dem Schreiben weiter. Insbesondere wenn es um die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum geht, soll es – so fordert es die Marienhaus Unternehmensgruppe – nur noch eine feste Anlaufstelle geben, wo die Patienten eine fachlich qualifizierte Ersteinschätzung bekommen. Und die müsse im Krankenhaus sein, dort also, wohin sich die Patienten mit ihren Beschwerden schon heute intuitiv wenden.

Die Marienhaus Unternehmensgruppe betreibt eine Vielzahl von kleineren Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch hier ist die Forderung eindeutig: „Um die stationäre Versorgung in der Fläche auch in Zukunft gewährleisten zu können, muss die Finanzierung kleinerer Krankenhäuser verbessert werden“. Weil bei kleinen Krankenhäusern die Vorhaltekosten einen höheren Anteil am Budget ausmachen, müssten gerade sie besser refinanziert werden.

Ein weiterer Punkt: Auch bei der Digitalisierung müsse das Gesundheitswesen angemessen berücksichtigt werden, fordert Marienhaus. Beispielsweise könne nämlich die Telemedizin zukünftig einen zentralen Beitrag leisten zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

 

Hier gelangen Sie zum Positionspapier der Marienhaus Unternehmensgruppe.

 

 

 

KONTAKT

Ihr Ansprechpartner:
Heribert Frieling
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0171 9714955
E-Mail: info(at)marienhaus.de

Marienhaus - Zentrale Waldbreitbach

Margaretha-Flesch-Straße 5
56588 Waldbreitbach
Telefon:02638 925-140
Telefax:02638 925-142
Internet: http://www.marienhaus.dehttp://www.marienhaus.de