„Wir verfolgen das gleiche Ziel: Wir wollen Kinder heilen und ihre Familien stabilisieren“

In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied arbeitet seit wenigen Monaten die Heilpraktikerin Anke Jüssen

Die Heilpraktikerin Anke Jüssen, nimmt Philipp ganz behutsam in ihre Hände und behandelt ihn osteopathisch. Foto: Andrea Schulze

17.01.2018

Neuwied (as). „Guten Morgen, ich bin die Heilpraktikerin. Dr. Ehlen bittet mich, nach Ihren Sohn Philipp zu schauen“, begrüßt Anke Jüssen Yasmina Boesche, als sie das Krankenzimmer auf der Kinderintensivstation des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth betritt. Das, was auf den ersten Blick unvereinbar scheint – nämlich eine Heilpraktikerin, die Kinder in einem Akutkrankenhaus und dort sogar auf der Intensivstation behandelt – wird in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin seit September in einem Projekt erprobt. „Ich hatte schon lange die Idee, neben der Schulmedizin ergänzend komplementärmedizinische Therapien anzubieten“, sagt Chefarzt Dr. Michael Ehlen. „Denn wir haben immer wieder Kinder, die davon profitieren können.“ Und mit Anke Jüssen hat er für das Projekt die richtige Therapeutin gefunden. Denn sie verfügt über eine breite Ausbildung. Sie ist Heilpraktikerin, Physio- und Sporttherapeutin. Darüber hinaus hat sie eine fünfjährige Ausbildung zur Osteopathin abgeschlossen und beherrscht Akupunktur und Homöopathie.

Den kleinen Philipp möchte Anke Jüssen osteopathisch behandeln. Seine Mutter ist damit einverstanden, sie freut sich, dass es das Angebot in der Kinderklinik gibt. Ihr Sohn wurde Mitte August in der 27. Schwangerschaftswoche geboren. In seinem kurzen Leben musste er schon zwei Mal am Darm operiert werden. „Das hat er gut überstanden, so dass wir ihn morgen nach Hause entlassen können“, freut sich Dr. Ehlen. Allerdings hält er seit einigen Wochen sein Köpfchen schief und erhält deshalb Krankengymnastik. „Anke Jüssen kann ihn mit der Osteopathie zusätzlich unterstützen, damit sich sein kleiner Körper gesund und heil weiterentwickelt“, sagt Dr. Ehlen. Dafür nimmt sie Philipp ganz behutsam in ihre Hände. Sie erspürt die Spannungen und Blockaden an seinem Kopf und seiner Wirbelsäule. Mit gezielten sanften Handgriffen mobilisiert sie das Gewebe, behandelt seine Narbe am Bauch und setzt leichte Reize rechts und links der Wirbelsäule. Mit ihren Fingern übt sie an bestimmten Stellen leichten Druck aus und regt damit das Gewebe an, die Blockaden zu lösen. Philipp scheint die Behandlung zu genießen, er ist ganz ruhig und entspannt. Anke Jüssen zeigt Yasmina Boesche wie gut ihrem Sohn die langsam streichelnden Berührungen tun. „So können Sie zusätzlich die Mutter-Kind-Bindung stärken“, sagt Anke Jüssen.

Die Methoden, die Anke Jüssen anwendet, regen die Selbstregulation des Körpers an und unterstützen die Selbstheilungskräfte. „Und das kann die Heilung eines Kindes während der schulmedizinischen Behandlung fördern“, so Dr. Ehlen. Deshalb begleitet Anke Jüssen an den beiden Wochentagen, an denen sie in der Kinderklinik arbeitet, die Ärzte bei der Visite. Gerade Kinder mit Viruserkrankungen, die hoch fiebern oder an Infektionen erkrankt sind, können von der Komplementärmedizin profitieren. „In der Kinderheilkunde werden oftmals sehr früh hochwirksame Medikamente notwendig, die häufig auch Nebenwirkungen verursachen“, sagt Dr. Ehlen. „Mit Unterstützung der Komplementärmedizin, können wir die Kinder stärken und diese hochpotenten Medikamente gezielter einsetzen.“ Auch Kinder, die unter unspezifischen Beschwerden wie zum Beispiel chronischen Kopf- oder Bauchschmerzen leiden, für die trotz umfangreicher Diagnostik keine körperliche Ursache gefunden werden kann, gehören zu Anke Jüssens Patienten. Voraussetzung dafür ist jedoch immer das Einverständnis der Eltern.

Derzeit werden in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Standards entwickelt, die den Einsatz der komplementärmedizinischen Therapien regeln sollen, wie zum Beispiel die Gabe des homöopathischen Mittels Arnica vor einer Operation. „Es kann Kindern nach der OP helfen, schneller wieder fit zu werden, und es unterstützt die Heilung der OP-Wunde“, so Anke Jüssen.

„Wir beide verfolgen das gleiche Ziel“, sagen Dr. Ehlen und Anke Jüssen unisono. „Wir wollen Kinder heilen und ihre Familien stabilisieren. Alles was hilft, dieses Ziel zu erreichen, ist gut.“

 

Hier gelangen Sie auf die Homepage vom Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied.

KONTAKT

Ihr Ansprechpartner:
Heribert Frieling
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0171 9714955
E-Mail: info(at)marienhaus.de

Marienhaus - Zentrale Waldbreitbach

Margaretha-Flesch-Straße 5
56588 Waldbreitbach
Telefon:02638 925-140
Telefax:02638 925-142
Internet: http://www.marienhaus.dehttp://www.marienhaus.de