Die Tagesklinik schließt „die Lücke zwischen der ambulanten und stationären Versorgung psychisch Kranker“

Im St. Josef-Krankenhaus entsteht eine Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik – Start zum Jahresbeginn mit 20 Plätzen

Dr. Stefan Thielscher leitet die Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im St. Josef-Krankenhaus, Yvonne Hoffmeister arbeitet dort als leitende Psychologin. Foto: Heribert Frieling

14.12.2017

Hermeskeil. Bisher mussten Betroffene längere Wege auf sich nehmen, denn ein vergleichbares Angebot fehlte in der Region. Mit der Eröffnung der Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im St. Josef-Krankenhaus zum Jahresbeginn „schließen wir die Lücke zwischen der ambulanten und stationären Versorgung psychisch Kranker“, sagt Dr. Stefan Thielscher. Er wird die neue Abteilung, die in den Räumen der ehemaligen Geburtshilflichen Abteilung eingerichtet wird, als Chefarzt leiten. Und zwar zusammen mit der Leitenden Psychologin Yvonne Hoffmeister, mit der er auch schon in Gerolstein und Bitburg zusammengearbeitet hat. Thielscher ist auch dort Chefarzt der Psychiatrie. – Die Tagesklinik in Hermeskeil wird zunächst über 20 Plätze verfügen, geplant ist allerdings mit der Zeit ein Ausbau auf 40 Plätze.

Die Tagesklinik richtet sich an Patienten, die beispielsweise an einer Psychose, an Depressionen oder Angststörungen, an Ess- oder Persönlichkeitsstörungen leiden. Wenn bei ihnen eine ambulante Behandlung nicht (mehr) ausreicht, sie aber noch so stabil sind, dass sie keiner stationären Behandlung bedürfen, dann sind sie in der Tagesklinik richtig aufgehoben. Die Einweisung erfolgt in der Regel durch den Hausarzt oder den behandelnden Psychiater. – Tagsüber kommen sie hierher, absolvieren ihr Therapieprogramm, verbringen den Rest des Tages und die Wochenenden aber in ihrer vertrauten sozialen Umgebung. Die Behandlung hier dauert in der Regel sechs Wochen; erklärtes Ziel ist es, die Patienten wieder in die Gesellschaft und möglichst auch in das Arbeitsleben zu integrieren.

Neben Yvonne Hoffmeister und Stefan Thielscher und Oberarzt Dr. Bruno Hürlimann aus Bitburg („wir sind ein eingespieltes Team“, freut sich Dr. Thielscher) werden eine weitere Psychologin, zwei Ergotherapeuten und drei Krankenschwestern, die aber eher soziotherapeutische Aufgaben übernehmen, zum Team der Tagesklinik gehören. Die sportlichen Aktivitäten werden die Mitarbeiter der Physikalischen Therapie mit betreuen, auch der Sozialdienst wird mit einbezogen.

In Einzel- und Gruppengesprächen werden Ärzte und Therapeuten mit den Patientinnen und Patienten an deren aktuellen Problemen arbeiten. Durch Verhaltenstraining wird vor allem soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen und die Auseinandersetzung mit den Anforderungen des täglichen Lebens gefördert und eingeübt. Da werden scheinbar banale lebenspraktische Fähigkeiten (Einkaufen, Kochen etc.) geübt; gelernt, den Tag sinnvoll zu strukturieren und dadurch Halt zu gewinnen. Die Ergotherapie fordert kreativ-gestaltenden Umgang mit Werkstücken und trägt so beispielsweise zur Stabilisierung von Selbstbewusstsein und Leistungswillen bei. – Ein kleiner Ausschnitt aus dem vielseitigen Therapieprogramm. Und auch wenn sich die Patienten in der Regel von Einzelgesprächen mehr versprechen, so lehrt die Erfahrung, dass gerade die Arbeit in der Gruppe besonders erfolgversprechend ist, weiß Thielscher zu berichten.

Eine Besonderheit zeichnet die neue Psychiatrische Tagesklinik im St. Josef-Krankenhaus schon vor ihrer Eröffnung aus: Weil ihre Kollegin auch Arabisch und Französisch beherrscht, „können wir ganz konkret auch für Menschen, die in den letzten Jahren als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, da sein“, sagt Yvonne Hoffmeister.

Somit ist die Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik also nicht nur ein neuer, wichtiger Baustein in der gemeindenahen psychiatrischen Behandlung, sondern auch ein wegweisendes interkulturelles Angebot.

 

Hier gelangen Sie auf die Homepage vom St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil.

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