Palliativstationen sind nicht mehr wegzudenken und ein wahrer Segen für die Patienten

Die Palliativmedizin im Saarland feierte ihr 25-jähriges Bestehen – von den Anfängen in Völklingen bis zur Gegenwart in Saarlouis

Das heutige Palliativteam (zumindest diejenigen, die während des Festaktes keinen Dienst hatten) mit seinem Leiter Dr. Stephan Kremers (links). Foto: Heribert Frieling

06.11.2017

Saarlouis. Eigentlich hätte man dieses Ereignis schon ein Jahr früher feiern müssen. Denn es war der 1. Oktober 1991, als die Palliativstation im St. Michael-Krankenhaus in Völklingen eröffnete. Sie war anfangs ein Provisorium. Erst im April 1992 erfolgte der Umzug in die neuen Räumlichkeiten. Die Palliativstation mit ihren fünf Betten war damals aber nicht nur ein Provisorium, sondern vor allem etwas komplett Neues. Die Palliativmedizin und die Hospizarbeit steckten in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Deshalb rief Norbert Blüm, der damals Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung war, ein Bundesmodellprojekt ins Leben: In jedem Bundesland sollte eine Palliativstation eingerichtet und entsprechend gefördert werden. Den Zuschlag sowohl für Rheinland-Pfalz wie das Saarland erhielt damals der Träger. So entstanden die beiden Palliativstationen im St. Elisabeth-Krankenhaus in Neuwied und im St. Michael-Krankenhaus in Völklingen. Und diese Palliativstationen sind, das wurde beim Festakt Ende Oktober in Saarlouis deutlich, nicht mehr wegzudenken und ein wahrer Segen für die Patienten.

Die Idee, in Völklingen eine Palliativstation einzurichten, hatte die damalige Generaloberin Schwester M. Basina Kloos. Eigentlich als ein Projekt zur Zukunftssicherung des Hauses gedacht, habe man schnell erkannt, wie wichtig die ganzheitliche Begleitung schwerstkranker Patienten sei, so Dr. Dietrich Wördehoff rückblickend. Der damalige Chefarzt der Inneren Medizin und Ärztliche Direktor des Hauses hatte rasch erkannt, dass es in vielen Fällen mehr sorgende als heilende Medizin brauche, dass der Verzicht auf weitere, wenig erfolgversprechende Therapie der Grunderkrankung und stattdessen die Konzentration darauf, die auftretenden Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder Übelkeit zu lindern, vielen Patienten in der Endphase ihres Lebens besser gerecht wird.

So hat man sich vor mehr als 25 Jahren auf den Weg gemacht, viel experimentiert und improvisiert, um für jeden Patienten eine ganz individuelle Lösung zu finden. Und auch wenn die Arbeit auf einer Palliativstation auf den ersten Blick sehr belastend erscheint, so haben sich (nicht nur) in Völklingen viele Mitarbeiter für die palliative Begleitung von schwerstkranken Menschen begeistern lassen und sind es heute immer noch. Stellvertretend für diese personelle Kontinuität stehen Dr. Andreas Geilen-Meerbach, der Sektionsleiter der Palliativmedizin, und der Theologe Klaus Aurnhammer, die vom allerersten Tag an mit dabei sind . Allen, die in dieser Zeit von Völklingen aus „den Gedanken der palliativen Betreuung und hospizlichen Begleitung von Schwerstkranken in die Welt getragen“ haben, dankte Schwester Marianne Meyer herzlich für ihren Einsatz.

Schwester Marianne, die dem Vorstand der Marienhaus Stiftung angehört, erinnerte in ihrem Grußwort daran, welche Pionierarbeit das Team der Palliativstation habe leisten müssen. Denn erstens habe man Anfang der 1990er Jahre Palliativmedizin und palliative Begleitung überhaupt bekannt machen müssen, und zweitens sei es gar nicht so einfach gewesen, hierfür auch Akzeptanz in der Bevölkerung zu finden. Zudem fehlten die ambulanten Strukturen, und so war es fast unmöglich, für die Patienten von der Palliativstation eine adäquate Weiterversorgung sicherzustellen. Deshalb hat das Völklinger Palliativteam auch die ersten Kurse für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer angeboten und damit „entscheidend dazu beigetragen, dass die Palliativ- und Hospizarbeit im Saarland Fuß fassen konnte und sich in einer Weise entwickelt hat, dass wir heute feststellen können: Sie sind gut aufgestellt, etabliert und akzeptiert“, so Schwester Marianne.

2008 schloss das St. Michael-Krankenhaus und die Palliativstation fand im Marienhaus Klinikum in Saarlouis eine neue Heimat. Hier stehen zwölf Betten für die Betreuung schwerstkranker Patienten zur Verfügung. Und auch wenn die Palliativ- und Hospizbewegung im zurückliegenden Vierteljahrhundert schon eine Menge erreicht hat, so wünscht sie sich nach den Worten von Dr. Stephan Kremers, dem heutigen Ärztlichen Leiter der Palliativstation, noch mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit, aber auch im eigenen beruflichen Umfeld. – Es bleibt also noch einiges zu tun in den kommenden 25 Jahren...

 

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