Die nachhaltige Bewahrung der Schöpfung ist ein ur-franziskanisches Anliegen

Bei den Waldbreitbacher Impulsen 2017 ging es unter dem Titel Weil es sie nur einmal gibt: Earth First! um die Bewahrung der Schöpfung

In der abschließenden Diskussionsrunde auf dem Podium vereint: Charlotte Kleinwächter, Schwester Beate Krug, Dr. Martin Bröckelmann-Simon, Wolfgang Nied, Kordula Honnef und Moderator Heribert Frieling (von rechts). Foto: Christian Belz

23.10.2017

Waldbreitbach. Dem Patienten geht es zunehmend schlecht: Verheerende Stürme und Überschwemmungen rauben Millionen Menschen die Lebensgrundlage. Wo früher fruchtbares Ackerland war, wächst heute nichts mehr, weil es jahrelang nicht geregnet hat. Das macht gerade auf dem afrikanischen Kontinent viele Menschen zu Flüchtlingen und bedroht letztlich weltweit die Ernährungsgrundlage. Landwirtschaft in industriellem Maßstab und Monokulturen sind maßgeblich für das Insektensterben verantwortlich. Damit legen wir zwar die Axt an unser Ökosystem. Aber irgendwie scheinen all diese Hiobsbotschaften (und die Liste ließe sich beliebig fortsetzen) niemanden so wirklich zu interessieren. – Umso bemerkenswerter, dass die Waldbreitbacher Impulse Mitte Oktober im Forum Antoniuskirche auf dem Waldbreitbacher Klosterberg mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht waren. Und das, obwohl es unter der Überschrift Weil es sie nur einmal gibt: Earth First! um die Bewahrung der Schöpfung ging.

Oder vielleicht doch eher, weil es um dieses Thema ging. Schließlich ist die nachhaltige Bewahrung der Schöpfung ein ur-franziskanisches Anliegen, wie Schwester Edith-Maria Magar in ihrer Begrüßungsansprache unterstrich. Deshalb zielte der Tag darauf ab, die Teilnehmer zu informieren und zu sensibilisieren, ihnen vor Augen zu führen, dass „alles miteinander verbunden ist“ und sie so neu zu „inspirieren, global zu denken und lokal zu handeln“, so die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen.

Folgerichtig näherten sich die Referenten dem Thema auch aus höchst unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungshorizonten. Die globale Situation nahm Dr. Martin Bröckelmann-Simon in seinem Vortrag über Klimawandel, Hunger und Flucht in den Blick. Er ist Vorstandsmitglied von MISEREOR und für den Bereich internationale Zusammenarbeit zuständig. Er plädierte dafür, dass die Kirche in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit Vorbild sein müsse. Über das klima- und schöpfungsverantwortliche Handeln im Bistum Trier berichtete Charlotte Kleinwächter. Sie ist dort die erste Klimaschutzmanagerin und machte deutlich, wie wichtig Bildungsarbeit respektive Bewusstseinsbildung sind, will das Bistum seine ehrgeizigen Ziele – nämlich eine Senkung der CO2-Emissionen um 50 Prozent – erreichen. Die (nennen wir sie) lokale Perspektive zeigte Schwester Beate Krug auf. Sie ist Oberzeller Franziskanerin, Umweltingenieurin und hat (gemeinsam mit Mitschwestern und Mitarbeitern) ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, das in der Schöpfungsspiritualität ihrer Gemeinschaft verankert ist und darauf baut, dass viele engagierte Menschen viele kleine Schritte tun. – Zu den engagierten Menschen zählt auch Kordula Honnef, die die Waldbreitbacher Klostergärten leitet und den Teilnehmern sehr anschaulich ihr pädagogisches Konzept erläuterte. Das zielt (vereinfacht gesagt) darauf ab, bereits Schulkinder für die Einmaligkeit und Fragilität der Umwelt zu sensibilisieren.

Was tut eigentlich die Marienhaus Unternehmensgruppe in punkto Bewahrung der Schöpfung? Wolfgang Nied, Prokurist der Marienhaus Dienstleistungen und dort für das Facility Management verantwortlich, erläuterte, was der Träger in Sachen Energiemanagement und Energieeffizienz (Stichwort Blockheizkraftwerke) auf den Weg gebracht hat; stellte die Überlegungen zum Thema E-Mobilität vor und präsentierte in diesem Zusammenhang das E-Bike, das Mitarbeiter bald über den Träger werden leasen können, um damit zur Arbeit zu fahren, etwas für ihre Gesundheit und gleichzeitig auch noch etwas für die Umwelt zu tun.

Viele weitere kleine Dinge geschehen in den Einrichtungen bereits, vor allem im Bereich der Energieeinsparung. Und zwar solche, die Mitarbeiter, Patienten oder Bewohner oft gar nicht merken. Trotzdem bleibt noch eine Menge zu tun. Das verdeutlichte Wolfgang Nied (bewusst oder unbewusst) mit einer einzigen Zahl: Jedes Jahr wandern allein in den trägereigenen Krankenhäusern 648 Tonnen Lebensmittel in den Müll.

Da bleibt also noch eine ganze Menge zu tun.

KONTAKT

Ihr Ansprechpartner:
Heribert Frieling
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0171 9714955
E-Mail: info(at)marienhaus.de

Marienhaus - Zentrale Waldbreitbach

Margaretha-Flesch-Straße 5
56588 Waldbreitbach
Telefon:02638 925-140
Telefax:02638 925-142
Internet: http://www.marienhaus.dehttp://www.marienhaus.de