„Ohne Gegenleistung, rein aus Nächstenliebe“

Die Ökumenische Krankenhaushilfe im Marienhaus Klinikum Saarlouis feierte ihr 35-jähriges Bestehen

Die Ökumenische Krankenhaushilfe im Marienhaus Klinikum Saarlouis feierte ihr 35-jähriges Bestehen. Das Gruppenbild rahmen die Grün-dungsvorsitzende Ursula Grützmacher (links), die die Arbeit der Grünen Damen 30 Jahre lang geprägt hat, und ihre Nachfolgerin Monika Leinen (rechts). Foto: Heribert Frieling

09.10.2017

Saarlouis. Sie gehören eher zu den stillen Stars; zu denjenigen, die ihre Arbeit tun, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Dabei leisten die Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich engagieren, einen unverzichtbaren Dienst für die Gesellschaft. Deshalb braucht es immer wieder Gelegenheiten, um ihnen die gebührende Wertschätzung zu zeigen. Die bot sich Ende September, als die Ökumenische Krankenhaushilfe (ÖKH) im Marienhaus Klinikum in Saarlouis ihren 35. Geburtstag feierte. Damals, 1982, hatten die evangelische und die katholische Pfarrgemeinde die ÖKH gemeinsam ins Leben gerufen. Die sogenannten Grünen Damen schenken Patienten etwas Kostbares, nämlich ihre Zeit, und das „ohne Gegenleistung, rein aus Nächstenliebe“, wie es Pfarrerin Sofia Csöff aus dem Seelsorge-Team der Klinik in ihrer kurzen Ansprache im Ökumenischen Gottesdienst formulierte, mit dem die Geburtstagsfeier eingeleitet wurde.

14 Geburtstagskinder begrüßte Krankenhausoberin Sabine Ruppert-Fürstos – zwölf Frauen und zwei Männer im Alter von 56 bis 78 Jahren, die in der Regel einmal pro Woche vormittags in die Klinik kommen und „die Arbeit unserer hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wunderbar ergänzen“. Auf der Station erfahren sie, welcher Patient sich womöglich über einen Besuch und ein Gespräch freuen würde; wem man mit einer kleinen Besorgung (dem Kauf einer Telefonkarte beispielsweise) helfen könnte. – Dieser Dienst wird umso wichtiger, als es immer mehr alleinstehende Menschen und damit Patienten gibt, die keinen Besuch von Familienangehörigen oder Freunden bekommen und deshalb besonders dankbar sind, wenn da jemand ist, der ihnen ein wenig ihre Einsamkeit und Unsicherheit nimmt.

Gleichzeitig wird es (auch für die Grünen Damen in Saarlouis) immer schwieriger, neue Mitstreiter, vor allem auch jüngere, zu gewinnen. Als Monika Leinen, die heute die Ökumenische Krankenhaushilfe leitet, Anfang des Jahrtausends dazu stieß, waren es 27 Grüne Damen, also fast doppelt so viele wie heute.

Einer von denen, die noch gar nicht so lange dabei sind, ist Johannes Ney. Er hat 25 Jahre unter Tage (und damit nur unter Männern) gearbeitet, sich zeit seines Lebens ehrenamtlich (nämlich im Sport) engagiert und ist aus persönlichem Erleben (die Motive, sich zu engagieren, sind so verschieden wie die Ehrenamtler selbst) auf die Grünen Damen aufmerksam geworden und engagiert sich seit ungefähr einem Jahr in der Ökumenischen Krankenhaushilfe. Er berichtete in der Feierstunde von „erstaunlich intensiven Gesprächen“, die sich immer wieder mit Patienten entwickeln; von der großen Dankbarkeit, die die Kranken ihm entgegenbringen; gleichzeitig von der Dankbarkeit und Demut, die er angesichts solcher Gespräche selbst empfindet. Dann stelle man immer wieder fest, dass man sich und seine eigenen Befindlichkeiten und Wehwehchen nicht so wichtig nehmen müsse. Kurz gesagt, so Johannes Ney: „Ich darf hier einmal pro Woche lernen“.

Wie alle seine Kolleginnen und Kollegen ist Johannes Ney auf seinen Dienst sorgfältig vorbereitet und gut eingearbeitet worden. Und erst als er es sich selbst zutraute, hat er allein das erste Gespräch mit einem Patienten geführt. Die Grünen Damen und Herren stützen und unterstützen sich gegenseitig, treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Und mit den Jahren sind echte Freundschaften gewachsen. Sie fühlen sich nach den Worten von Monika Leinen in der Klinik gut aufgehoben, finden bei der Oberin immer ein offenes Ohr und freuen sich „auf die nächsten Jahre im Dienst am Patienten“.

Ihr größter Wunsch: Dass sich mehr Menschen aller Altersstufen finden, die sich als Grüne Dame oder Herr engagieren. Der Lohn ist reizvoll: Dankbarkeit und viele wertvolle Erfahrungen für das eigene Leben.

 

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