Das neue Verfahren ist schonender und weniger belastend für die Patienten

Zur operativen Entfernung von Bandscheibenvorfällen setzt Dr. Christian Bourgeois, der Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie im Marienhaus Klinikum Saarlouis – Dillingen, nun als erster Operateur im Saarland das sogenannte Tessys-Verfahren ein. Foto: red

22.03.2017

Saarlouis. Die moderne Wirbelsäulenchirurgie hat sich in den letzten zehn Jahren rasant entwickelt. Dank der Einführung endoskopischer minimal-invasiver Operationsmethoden und unter Einsatz von Spezialoptiken (also Endoskope) werden heute bei einer Operation an der Wirbelsäule weniger Gewebestrukturen verletzt und weniger Weichteilgewebe entfernt. Dadurch verringern sich auch die postoperativen Schmerzen, und die Patienten erreichen eine schnellere Regeneration. – Zur operativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen setzt Dr. Christian Bourgeois, der Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie im Marienhaus Klinikum Saarlouis – Dillingen, nun als erster Operateur im Saarland das sogenannte Tessys-Verfahren (die Abkürzung steht für Transforaminal Endoscopic Surgical System) ein.

Die im Marienhaus Klinikum zur Anwendung kommende Tessys-Methode gilt als äußerst schonend, da sie über besonders kleine Endoskope verfügt. Durch einen wenige Millimeter großen Schnitt über dem Beckenkamm (also mittels eines seitlichen Zugangs) kann das Endoskop genau platziert werden. Der Zugang zu den Nervenstrukturen im Spinalkanal erfolgt über ein von den anatomischen Strukturen geformtes Fenster an der Seite zwischen je zwei Wirbelkörpern, das sogenannte Neuroforamen (Zwischenwirbelloch). „Auf diesem Weg müssen keine Bänder der Wirbelsäule durchtrennt werden und eine Instabilität, wie sie bei allen anderen Zugängen auftreten kann, wird so vermieden“, erklärt Dr. Christian Bourgeois.

Der Patient befindet sich während der OP in einer stabilen Seiten- oder Bauchlage. Das Endoskop verfügt über einen Arbeitskanal, durch den der Chirurg seine feinen Instrumente einführen kann. Die Kamera am Ende des Endoskops, das ebenfalls durch eine Arbeitshülse in das Operationsgebiet vorgeschoben wird, liefert die Bilder vom Operationsgeschehen. Der Wirbelsäulenchirurg entfernt die gallertartige Masse an der Bandscheibe, die bei einem Bandscheibenvorfall austritt und auf den Nerv drückt. Der Eingriff dauert etwa 45 Minuten. „Ein weiterer Vorteil dieser Operationsmethode ist, dass der Eingriff auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann und der Patient so während des gesamten Eingriffs ansprechbar ist“, so Christian Bourgeois weiter.

Wann aber kommt die Methode zum Einsatz? Immer dann, wenn konservative Therapien nicht mehr helfen, wenn Nerven geschädigt sind oder gar Lähmungen auftreten. Dennoch muss vor jeder Bandscheiben-Operation zunächst mittels Kernspintomographie sowie durch verschiedene konventionelle Röntgenaufnahmen die Lage des Vorfalls diagnostiziert und mit dem Patienten die weitere Vorgehensweise besprochen werden.

 

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