Gelassenheit und Humor und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen

Gerald Staudenmaier ist seit Anfang Februar neuer Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Seit Anfang Februar ist Gerald Staudenmaier Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Hetzelstift. Foto: Heribert Frieling

06.02.2017

Neustadt an der Weinstraße. Durch personelle Kontinuität hat sich die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Hetzelstift in den letzten Jahren nicht unbedingt ausgezeichnet. Das soll sich nun durch die Berufung von Gerald Staudenmaier zum neuen Chefarzt ändern. Denn Staudenmaier ist schon seit Oktober 2004 für das Hetzelstift tätig, war Oberarzt und Leitender Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen auch schon die Zeiten von Wechsel, Vakanz und Übergang gestaltet. Am 1. Februar hat er nun offiziell als Chefarzt die Leitung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe übernommen. Die Entscheidung, diese Aufgabe zu übernehmen, habe er sich gut überlegt, erzählt er im Gespräch. Aber seine Kolleginnen und Kollegen hätten ihn zu diesem Schritt nachdrücklich ermutigt, und dieser Rückhalt im Team ist dem 46-Jährigen überaus wichtig.

Gerald Staudenmaier stammt gebürtig aus Stuttgart-Cannstadt und hat in Göttingen Medizin studiert. Dass nur ein chirurgisches Fach in Frage kommen würde, stand für ihn früh fest. Dass es die Gynäkologie und Geburtshilfe wurde, erklärt sich schlicht daraus, dass dieses Fach so ungemein vielfältig ist – es reicht vom Anfang des Lebens mit der Geburt bis zur Behandlung lebensbedrohender Krankheiten am Lebensende – und sich die Patientinnen aus allen Altersklassen rekrutieren.

Nach vier Jahren als Assistenzarzt in einer Klinik in Kassel wechselte Staudenmaier an das Krankenhaus Hetzelstift, um hier seine Ausbildung zum Facharzt abzuschließen – und ist im Krankenhaus und in Neustadt heimisch geworden. Er kennt, so sagt er, das Haus, die Wege und Abläufe sehr genau und pflegt ein gutes Verhältnis zu den anderen Abteilungen und den unterschiedlichsten Berufsgruppen im Haus. Für den Erfolg, da ist Gerald Staudenmaier überzeugt, ist neben der fachlichen Qualifikation auch ein gerüttelt Maß an Gelassenheit und Humor und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, ausschlaggebend. Und mit diesen Talenten kann Staudenmaier durchaus punkten.

Auch „wenn wir das gesamte Spektrum abdecken“, wird ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit die Urogynäkologie sein, die operative, aber auch konservative Behandlung von Patientinnen, die unter Inkontinenz leiden. Die bietet Staudenmaier auf einem Niveau an, dass Kollegen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nach Neustadt kommen, um bei Eingriffen zu hospitieren, bei denen die Beckenbodenmuskulatur rekonstruiert wird. Bereits im April werden die Gynäkologen auch erstmals das Da Vinci-System bei einer OP einsetzen. Mit Hilfe dieses Computer-assistierten Systems kann der Operateur noch präziser arbeiten und feinste Strukturen wie Nerven und Gefäße besser erkennen und entsprechend erhalten respektive schonen. In der Urogynäkologie, aber auch bei onkologischen Eingriffen an der Gebärmutter verspricht sich Staudenmaier von dem Da Vinci noch bessere Operationsergebnisse.

„Wir werden versuchen, ein ganzheitliches Konzept für unsere Klinik zu entwickeln“, sagt Staudenmaier. Dazu kann beispielsweise gehören, naturbasierte Arzneimittel in die Therapie ergänzend mit einzubeziehen. Das „werden wir aber sehr behutsam angehen“, sagt er. – In der Geburtshilfe ist die Klinik da bereits auf einem guten Weg. Die Klinik ist als babyfreundliches und stillfreundliches Krankenhaus ausgezeichnet. Die werdenden Mütter wissen das sehr wohl zu schätzen. So haben im zurückliegenden Jahr 625 Kinder im Hetzelstift das Licht der Welt erblickt. Das waren immerhin gut 100 mehr als im Jahre 2015.

 

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