Sie waren im besten Sinne des Wortes Lobbyisten, also Fürsprecher für die Altenpflege

Über das neue Pflegeberufegesetz diskutierten die Schülerinnen und Schüler der Altenpflegeschule Trier mit Erwin Rüddel MdB

Erwin Rüddel (vordere Reihe Mitte) diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern der Altenpflegeschule in Trier über die generalistische Ausbildung. Mit dabei Schulleiterin Anne Simon (rechts) und Karin Reicherz (links) von der Fachaufsicht Schulen. Foto: Heribert Frieling

18.11.2016

Trier. Gegen die generalistische Ausbildung in der Pflege ist er ja eigentlich überhaupt nicht. Aber der Gesetzesentwurf, so wie er nun vorliegt, bereitet Erwin Rüddel doch einige Bauchschmerzen. Weil er die Sorge hat, dass beim neuen Pflegeberufegesetz die Hauptschüler die eigentlichen Verlierer sein könnten, verlangt der CDU-Bundestagsabgeordnete, der auch Mitglied im Gesundheitsausschuss und Berichterstatter seiner Fraktion für die Pflegepolitik ist, Nachbesserungen an diesem Gesetzesentwurf (was für ihn das Natürlichste von der Welt ist, denn kein Gesetzesentwurf würde die parlamentarischen Beratungen unverändert überstehen, wie er sagt). – Über das neue Pflegeberufegesetz und insbesondere auch über die Frage, ob sie denn tatsächlich zu Lasten der Altenpflege gehen würde, diskutierte Erwin Rüddel Mitte November mit mehr als 40 jungen Frauen und Männern, die an der Fachschule für Altenpflege des Trägers in Trier genau diesen Beruf erlernen.

Weil sie in Sorge waren, dass die generalistische Ausbildung – für die sie wie auch der Träger durchweg sind – kurz vor der Ziellinie noch gestoppt werden könnte, hatten die Auszubildenden Erwin Rüddel angemailt und eigentlich nicht damit gerechnet, dass er antworten, geschweige denn ihre Einladung annehmen würde. Aber Rüddel, der den Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen und damit auch Waldbreitbach im Bundestag vertritt, sagte spontan zu und nahm sich rund vier Stunden für das Gespräch Zeit. In einer Debatte, die seiner Meinung nach von den Vertretern der Krankenpflege dominiert wird, sei es für ihn wichtig, „mit der Altenpflege zu sprechen“. Deshalb, so Rüddel weiter, seien die Trierer Schüler für ihn im besten Sinne des Wortes Lobbyisten, also Fürsprecher für die Altenpflege.

Diese teilen die Sorge des „Robin Hood der Altenpflege“ (so nennt Rüddel sich selbst) allerdings nicht, dass das neue Pflegeberufegesetz Hauptschülern den Weg in die Pflege verbauen und die Altenpflege (respektive die Inhalte der schulischen Ausbildung) auf der Strecke bleiben könnte. Im Gegenteil. Sie sehen vielmehr die Chance, dass die Altenpflege durch die generalistische Ausbildung aufgewertet werden könnte.

Denn zum einen werden die Menschen immer älter und viele von ihnen sind im Alter multimorbid, zum anderen wächst die Zahl der Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, dramatisch an. Dieser Entwicklung werden die bisherigen Ausbildungsgänge, die sich an den unterschiedlichen Altersphasen orientieren, nur bedingt gerecht. So verlangt (grob vereinfacht) die Pflege im Krankenhaus immer mehr gerontologisches und geriatrisches Wissen und die Pflege in Senioreneinrichtungen zunehmend medizinische Kompetenz. – Die Schnittmengen von Kranken- und Altenpflege werden also immer größer.

 Die demographische Entwicklung, so formulierte es Karin Reicherz von der Fachaufsicht Schulen, mache die Grenzen zwischen den Ausbildungen fließend und hebe sie damit ein Stück weit auf. Die Pflege müsse folgerichtig ihre Kompetenzen neu ausrichten. Zum grundlegenden Pflegeverständnis gehörten Fürsorge, Achtsamkeit und Kommunikation. Und diese Grundprinzipien müssten gelten – ganz gleich, wo der kranke und/oder alte Mensch lebt oder gepflegt wird.

 Auf diese Herausforderungen bietet die generalistische Ausbildung die besten Antworten. Wie sie umgesetzt werden soll, daran scheiden sich allerdings die Geister. Aber in einem demokratischen Meinungsbildungsprozess (wo mit Argumenten um die beste Lösung gerungen wird) ist es geradezu vorbildlich, wenn solche Diskussionsrunden zustande kommen wie Mitte November in der Altenpflegeschule in Trier…

 

Hier gelangen Sie auf die Homepage von der Altenpflegeschule Trier.

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