HORIZONT

2 es um ihre Gesundheit geht, beobachtet auch Inge Dommershausen, Schwester Scholasti- kas Stellvertreterin. Direkt umgeräumt wurde das Refektor, in dem die Schwestern gemeinsam ihre Mahl- zeiten einnehmen. Die Tische wurden aus- einander gerückt und überzählige Stühle entfernt, so dass die Schwestern jetzt weit auseinander sitzen. Auch in der Mutterhaus- kirche dürfen sie bei den Gottesdiensten und Gebetszeiten nur noch die Plätze besetzen, die mit gelben Zetteln markiert sind. „Gott sein Dank durften wir auch in dieser Zeit weiterhin intern Gottesdienste feiern und gemeinsam beten“, sagt Schwester Scholas- tika. Besucherinnen und Besucher waren jedoch weder im Mutterhaus noch bei den Gottesdiensten erlaubt. Selbst die Schwes- tern, die in den Konventen auf dem Kloster- berg imHaus Nazaret, HausMutter Rosa oder Haus Emmaus leben, durften bis Mitte Mai nicht an den Gottesdiensten in der Mutter- hauskirche teilnehmen. „Jetzt geht das wieder, sie sitzen auf den hinteren Bänken und der Empore und bleiben selbstverständlich auf Abstand“, so Schwester Scholastika. Ganz besonders bedauern die Schwestern, dass Exerzitien, für die sie sich angemeldet hatten, abgesagt wurden. Genauso können einige nicht in ihre gewohnte Urlaubsregion fahren „und unser gemeinsamer Konvents- ausflug fällt ebenfalls aus“, sagen Schwester Scholastika und Inge Dommershausen. Geplant ist ein Grillfest, wenn die Corona- Regeln das zulassen. Die Schwestern, die Mitte Juni ihr Ordens- jubiläum begingen, also vor 50, 60 oder 70 Jahren durch Gelübde Gott und der Gemein- schaft die Treue versprochen hatten, konnten ihr Fest nicht in der gewohnten Form mit ihren Mitschwestern und Familienangehö- rigen feiern. Anfang September werde es stattdessen für alle Jubilarinnen eine Feier imKreis der Ordensleitung und aller Schwes- tern geben, so Schwester Scholastika. Auch wenn es den Schwestern imMutterhaus während der Corona-Pandemie gut geht und sich – Gott sei Dank – keine infiziert hat, leiden einige von ihnen unter den Einschrän- kungen. Sie freuen sich, dass die Sicherheits- maßnahmen langsam wieder gelockert wer- den. So können unter maximalen Schutz- maßnahmen jetzt wieder der Fußpfleger und die Friseurin ins Haus kommen. Die Schwes- tern nehmen ihre Arzttermine wieder wahr und dürfen begrenzt Besuch empfangen. Diese Lockerungen machten ihr jedoch ein wenig Sorge, gibt Schwester Scholastika zu. „Denn solange es keine Impfung gibt, besteht weiterhin das Risiko, am Corona-Virus zu erkranken. Deshalb müssen wir einfach sehr gut aufpassen und dürfen nicht nachlässig werden“, sagt sie. Und darum ist es nach wie vor unklar, wann es in der Mutterhauskirche wieder öffentliche Gottesdienste geben wird, zu denen alle Gläubigen eingeladen sind. Schwester Scholastika zeigt die gelben Klebezettel, die die Plätze markieren, auf die sich die Schwestern in der Mutterhauskirche setzen dürfen, damit sie maximalen Abstand halten. Foto: as

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